RANGSDORF - Mit einem Werkstattgespräch beendete die Berliner Künstlerin Christine Düwel ihre Ausstellung „Zeitläuf(t)e“ im Rangsdorfer Kunstflügel. Durch die philosophische Debatte über das Thema Zeit moderierte Düwels Lebenspartner, der Autor und Coach Olaf Georg Klein.
Was ist Zeit? Darüber könnte man gewiss bis zum Sankt Nimmerleinstag debattieren. Der Philosoph Olaf Georg Klein hat zu diesem Thema auch schon mehr als nur einen Buchtitel veröffentlicht, zuletzt „Zeit als Lebenskunst“, einen unterhaltsamen Ratgeber mit schlauen Tipps, wie wir uns vom Diktat der Zeit lösen und echte Souveränität über die tickende Uhr in uns gewinnen können. Doch das Werkstattgespräch, durch das Klein die intime Runde leitete, hatte einen klaren Aufhänger: die Bilder seiner Partnerin Christine Düwel. Die Collagen, Zeichnungen, Malereien und Skulpturen beschäftigen sich, wie Klein und Düwel gemeinsam aufklärten, allesamt auf hohem philosophischen Niveau mit verschiedenen Materialien, Bezügen zur Musik und Philosophie mit dem Phänomen Zeit. Wer sich intellektuell auf Düwels außergewöhnlich dichtes Oeuvre und die vielen offensichtlichen Zitate an die großen Zeitphilosophen wie Wittgenstein oder Sartre einlässt, gerät gewissermaßen in einen Sog, spürt, wie plötzlich ein Gedanke den nächsten jagt. „Düwels Bilder sind wie große kosmische schwarze Löcher“, meinte eine Besucherin fasziniert, „nur viel bunter natürlich“. Bezeichnenderweise sehen viele der Bilder von der Ferne aus wie Strudel. Wer sie näher inspiziert und die vielen Schichten nach und nach aufdeckt, mit denen Düwel in ihren Collagen arbeitet, möchte gerne mehr Zeit ins Betrachten investieren. „Wenn ich meinen Job gut mache, bleibt danach beim Betrachter was hängen. Dann fängt Kunst an, mehr zu sein, als reiner Zeitvertreib!“ (Von Andrea Keil)