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26.11.2009

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LANDTAG: „Fall Hoffmann“ wird zur Nervenschlacht

Linke gibt Abgeordneten Bedenkzeit

Gross Dölln - Von Gerd-Rüdiger Hoffmann, wegen verheimlichter Stasi-Mitarbeit in der Kritik, war gestern am zweiten und abschließenden Tag der Fraktionsklausur der Linken in Groß Dölln (Uckermark) nichts zu sehen. Seine Fraktion überraschte das nicht. Schließlich hatte sie den 57-Jährigen am Vortag klar zur Niederlegung seines Mandats aufgefordert. Weil er seine IM-Tätigkeit, auch wenn diese 40 Jahre zurückliegt, verschwiegen hat.

Dafür meldete sich gestern sein Rechtsanwalt Peter-Michael Diestel zu Wort. Er bekräftigte im Namen seines Mandanten, dass dieser sein Mandat nicht niederlegen werde. Das komme „nicht in Betracht“. Dann fügte Diestel hinzu, dass Hoffmann allerdings unter einer Bedingung seine Haltung überdenken würde. Wenn alle Abgeordneten mit einer Stasi-Vergangenheit ihre Mandate niederlegen würden. Namentlich nennt Diestel die Fraktionschefin Kerstin Kaiser und den Landeschef und Bundestagsabgeordneten Thomas Nord. Beide waren ebenfalls Stasi-IM. Doch anders als Hoffmann waren beide schon vor gut 15 Jahren offensiv und kritisch damit umgegangen.

Hoffmann selbst war für seine Fraktion gestern nicht zu erreichen. Die fragt sich nun, ob Hoffmann, der am Dienstag in der Fraktion einen überforderten und labilen Eindruck hinterließ, wirklich hinter der Polemik steckt.

Seine Fraktion räumte ihm zur Klärung der Vorwürfe eine Bedenkzeit ein. Kaiser sprach von zehn bis 14 Tagen. In dieser Zeit soll Hoffmann in die Akten schauen. Kaiser hofft, dass er dann seine Ansicht ändert. Das Wort „Fraktionsausschluss“ fiel bei Kaiser bewusst noch nicht. Sie betonte aber: „Die Fraktion hat ihm im Vorfeld mehr Vertrauen entgegengebracht als er der Fraktion.“

Die scharfe Diestel-Erklärung allerdings sorgt bei den Linken für Unruhe. Zwischen dem Abgeordneten und seinem Anwalt sowie der Fraktion bahnt sich eine Nervenschlacht an. Diestel wiederholt derzeit besonders gern einen Satz: „Die Stasi jagt in Potsdam die Stasi, das ist ein Witz.“ Er hält der Linken-Spitze Heuchelei vor und kündigte an, sich im Fall eines Fraktionsausschlusses juristisch zur Wehr zu setzen. „Ich werde diese Truppe vor mir hertreiben“, sagte Diestel.

Hoffmann soll 1970 als 17-Jähriger eine Verpflichtungserklärung (Deckname „Schwalbe“) unterschrieben haben und bis 1975 für die Stasi als Inoffizieller Mitarbeiter tätig gewesen sein. Entsprechende Stasi-Akten sind kürzlich aufgetaucht. Hoffmann hatte Stasi-Kontakte zwar eingeräumt, eine IM-Tätigkeit aber stets bestritten. Damit verstieß er aus Sicht der Fraktion gegen einen Parteibeschluss von 1991, wonach jeder Mandatsträger seine Biografie offenlegen muss. (Von Igor Göldner)


Neue Linken-Fraktionsführung im Landtag

Die Führung der Linkspartei-Fraktion im Landtag ist jetzt komplett. Auf ihrer Klausur in Groß Dölln (Uckermark) wählte die 26-köpfige Fraktion die noch ausstehenden zwei Stellvertreter und vier Beisitzer. Bereits Anfang Oktober waren die Fraktionsvorsitzende Kerstin Kaiser und der Parlamentarische Geschäftsführer Christian Görke gewählt worden.

Neu gewählt als stellvertretende Fraktionschefs wurden die Abgeordneten Kornelia Wehlan und Stefan Ludwig. Wehlan erhielt von den anwesenden 23 Abgeordneten 21 Stimmen (jeweils eine Gegenstimme und Enthaltung). Der Ex-Bürgermeister von Königs Wusterhausen, Ludwig, erhielt 17 Ja- und fünf Nein-Stimmen, bei einer Enthaltung.

In den Fraktionsvorstand wurden Thomas Domres, Peer Jürgens, Margitta Mächtig und Birgit Wöllert gewählt. Jürgens (29) vertritt in der Fraktionsführung die „unter 30-Jährigen“. Es gab für keinen Posten einen Gegenkandidaten. igo



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In diesem Forum gibt es 8 Einträge

» grobi | 26.11.2009, 10:15

Lösungsvorschlag




Hoffmann, Kaiser und Nord bilden eine neue Fraktion DIE STASI.

Diese Fraktion kann dann bei Bedarf jederzeit erweitert werden.
Platzeck hat einen zusätzlichen verlässlichen Koalitionspartner und kann sein Versöhnungsgeschwafel kreativ um neue Varianten bereichern.

» bachseba | 26.11.2009, 11:46

Über allen Spitzeln ist Ruh


Was für eine Schmierenkomödie. Da vertraut Herr Hofmann seiner Partei, die immer wieder die Botschaft gibt, Heimat der Diktatur-Funktionäre und Stasi-Schergen, beispielsweise der Ex-Stasiorganisation ISOR, zu sein. Und unter einem Spitzel-Landesvorsitzenden und einer Spitzel-Fraktionsvorsitzenden und einem kommunalen Spitzel-Spitzenkandidaten und neben einem Stasi-Knastwächter in der Fraktion hat er doch allen Grund für seine Heimatgefühle. Und dann wird er so vor den Kopf gestoßen.
Und PMDiestel spielt noch den Rächer und Beschützer der armen Spitzel (aber diese Rolle hat er ja seit 20 Jahren).
Aber: Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. Wir haben nunmal eine Linie der Verharmlosung und Verdrängung seit 1990 in Brandenburg - andere Länder sind da offener mit ihrer Vergangenheit umgegangen.
Und wenn die jetzige Landesregierung einen Diktaturbeauftragten einrichten will, soll sie doch Herrn Vietze oder Herrn Nord oder Frau Kaiser nehmen. Die kennen sich in Sachen Diktatur-Apparat bestens aus, verfügen sicher über gute Verbindungen zur weiteren Bearbeitung des Themas und machen auf das Allerbeste deutlich, worum es wirklich geht: Reinwaschen, Verleugnen, Verharmlosen.
Und wenn die selbsternannten Bürgerrechtler Platzeck, Speer und Baaske für diese Schmierenkomödie zur Verfügung stehen, bleibt ihnen nur die Rolle der Stasi-Hofnarren.
Danke lieber Wähler.

» grobi | 26.11.2009, 17:37

Lösungsvorschlag -Ergänzung



Wie Spiegel-Online soeben berichtet, scheint es mit der Landtagsvizepräsidentin Stobrawa eine weitere Kandidatin für die Fraktion DIE STASI zu geben.

Bei der Meldung kommt mir unwillkürlich folgendes Zitat in den Sinn:
“Wenn Sie ein Kilo Eiscreme mit 100 Gramm Hundekacke mischen, wird das Ganze nicht nach Eiscreme sondern nach Hundekacke schmecken.“ (Freitag, 6.11., Radio 1, Hendryk M. Broder , Kommentar zum Tage um 8 nach 8 zur Bildung der rot-roten Koalition in Brandenburg.r)

» grobi | 26.11.2009, 17:55

Ergänzung



Wie soeben in Spiegel-Online gemeldet, scheint schon eine weitere Kandidatin für die Fraktion DIE STASI aufzutauchen: Frau Gerlinde Stobrawa, heute Vize-Präsidentin des Brandenburger Landtages, war Lehrerin, stellvertretende Direktorin, Bezirksvorsitzende der Pionierorganisation, 1984 bis 1989 Mitarbeiterin beim Rat des Bezirkes Frankfurt, 1989 bis 1990 Erste Stellvertreterin des Vorsitzenden des Rates des Bezirkes.

» grobi | 26.11.2009, 18:25

aktuelle Ergänzung



Mit der Landtagsvizepräsidentin, Frau Stobrawa, scheint sich ja eine weitere Kandidatin für die neue Fraktion abzuzeichnen.

» supergrobi | 26.11.2009, 20:55

Das klärt sich alles!


Wenn man mit der Stahlharke richtig durchgezogen hat wird man die "ehrlichen" von den "falschen" Linken schon sondieren.
Und dann herrscht Ruhe und alle kommen zur eigentlichen Tagesaufgabe zurück, auch der ewige Schreihals hier!

» junimond | 27.11.2009, 10:42

Erinnerungslücken?


Also, ich weiss was ich mit 17 getan habe. Wenn Herr Hoffmann das verdrängt hat gehört er in die Psychiatrie und nicht in den Landtag. Solche Erinnerungslücken können einem schon sehr Leid tun.
Ich habe mit 19 ein Jahr in Stasi-Haft gesessen und kann mich noch an jeden einzelnen Tag erinnern.

» waschi | 27.11.2009, 11:34

Bauklötze für Mitläufer?


Textbausteine:

1. Ich habe das nicht gewusst, daran erinnern kann ich mich auch nicht
2. Ich habe niemanden (sic!) geschadet.
3. Ich habe doch nur das gemacht, was alle gemacht haben.
4. Was wollen die denn noch von mir, ist doch schon ewig her.
5. Befehl ist Befehl.................................

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