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27.11.2009

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FILM: Dreidimensionale Übelkeit

Babelsberger HFF produziert mit „Topper gibt nicht auf!“ als erste Filmhochschule raumtreuen Spielfilm

POTSDAM / BABELSBERG - Ausgerechnet Bond-Bösewicht Claude-Oliver Rudolph soll sensible Damen von den Vorzügen dreidimensionalen Kinogenusses überzeugen. Der Schauspieler mit dem markanten Narbengesicht hat die Hauptrolle in dem 3D-Kurzspielfilm „Topper gibt nicht auf!“ übernommen, der seit vergangener Woche an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (HFF) gedreht wird. Nach zwei stereoskopen (raumtreuen) Animationsfilmen und einer 3D-Dokumentation geht die HFF nun als erste deutsche Filmhochschule mit einem Spielfilm in die dritte Dimension, sagte HFF-Professorin Claudia Wegener gestern. Der Kurzfilm entsteht innerhalb des mit 5,8 Millionen Euro vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojektes „Prime“.

Parallel zur „Topper“-Produktion bauen die Medienwissenschaftler um Claudia Wegener einen Forschungsschwerpunkt zum Anschauen von 3D-Inhalten auf. Bisherige „qualitative Akzeptanztests“ belegen eine Vorliebe von 14- bis 29-jährigen Kinogängern für Produktionen mit räumlichen Effekten, die zuletzt in Animationsfilmen wie „Ice Age 3“ die Leinwand eroberten. Claudia Wegener präsentierte zudem ein überraschendes Ergebnis der Studien. Demnach beklagen Frauen auffällig häufiger als Männer Übelkeit beim Konsum eines 3D-Films.

Von unangenehmen Begleiterscheinungen berichtete auch Regiestudent Félix Koch: „Wenn die Kameras falsch eingestellt sind, kann einem schlecht werden.“ Denn anders als bei herkömmlichen Filmen müsse bei „Topper“ mit zwei Kameras gedreht werden, die exakt die gleichen Bilder machen. Nur so entstehen Aufnahmen ohne „Übelkeitsfaktor“. Der Dreh habe präzise vorbereitet werden müssen, erzählte Koch. So sei der gesamte Film am Computer vorvisualisiert worden. Man habe auf diese Weise Kameraeinstellungen und Schauspielerführung planen können. Mit dem Film kommen „Gestaltungskonventionen“ auf den Prüfstand, sagte der künstlerisch-technische Projektleiter Robert Laatz.

HFF-Dramaturgie-Student Florian Hawemann erzählt in „Topper gibt nicht auf!“ eine Film-im-Film-Geschichte. Regiestudent Axel (Maximilian Vollmar) besetzt seinen Detektivfilm mit Ex-Actionstar Til Topper (Rudolph). Topper entpuppt sich jedoch als arroganter Exzentriker, der droht, alles hinzuschmeißen – bis Axels Freundin Marleen (Anna-Maria Sturm) Toppers Ehrgeiz weckt.

Bis Montag wird noch gedreht. Danach hat der Stab, zu dem unter anderem Produktionsstudent Paul Andexel und Kamerastudent Benjamin Raeder gehören, drei Monate Zeit für die Postproduktion. „Topper gibt nicht auf!“ feiert beim internationalen HFF-Symposium „Insight out“ am 26. März 2010 Premiere. Zuvor soll das Projekt beim Filmfestival in Saarbrücken präsentiert werden, sagte Laatz. Auch die Medientechnologie-Messe NAB in Las Vegas habe Interesse signalisiert. (Von Ricarda Nowak)


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