POTSDAM / ZENTRUM OST - Ghana, Marok-ko, Simbabwe, Mosambik, Senegal und Kamerun waren gestern in Potsdam präsent – beim 3. Afrikatag der Peter-Joseph-Lenné-Schule. Alle siebten Klassen beteiligten sich an Workshops, in denen sie lernten, afrikanisch zu kochen, zu tanzen, zu trommeln oder Spielzeug aus alten Zeitschriften sowie selbst gefärbte Batikhemden herzustellen. Acht afrikanische Männer und Frauen waren an diesem Tag ihre Lehrer. Sie brachten Kleidung, Musikinstrumente und Lebensmittel aus ihren Heimatländern mit, erklärten geografischen Eigenschaften und zeigten Unterschiede zum Schulalltag in Deutschland auf.
Mit echter afrikanischer Kleidung eines Politikers, Königs, Viehhirten oder Lehrers konnten sich die Siebtklässler ein Bild von Ghanas Einwohnern verschaffen. Remo Nemitz, Geograph aus Potsdam, reiste nach seinem Studium zwei Jahre entlang der afrikanischen Küste. Die Bilder dieser Reise stellte er in einem „bewegenden Dia-Vortrag“ dar, wie Lehrerin Kathrin Kanski sagte. Kunst und Kultur, aber vor allem die Schönheit Afrikas sollte den Schülern nähergebracht werden: „Im Unterricht spricht man meist negativ über den Kontinent, deshalb wollen wir den Schülern auch mal die andere Seite zeigen – vor allem soll es um die Menschen gehen“, so Schulleiter Ingo Müller.
Mercy Frost aus Ghana ist erst seit fünf Monaten in Deutschland. Sie zeigte, wie man Wasser auf dem Kopf trägt und verständigte sich auf gebrochenem Deutsch und gutem Englisch mit den Schülern. „Ich finde es sehr schön, dass es den Kindern so gut gefällt“, freute sie sich. Die Workshopergebnisse wurden bei Modeschauen, Verkostungen und beim Testen des gebastelten Spielzeugs in der Schule präsentiert. Der Afrikatag soll zu einer Tradition werden, damit sich die Schüler über den Lehrstoff hinaus ein umfassendes Bild von Afrika und seinen Menschen machen können. ail