WIESENBURG - Zum Jahreswechsel steigen die Preise für die Abwasserentsorgung. Die veränderte Gebührensatzung muss noch von der Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark bestätigt werden.
Die Erhöhung von insgesamt maximal fünf Prozent soll laut Beschlussvorlage auf Grund- und Mengengebühr verteilt werden. Damit wirke sie laut Verwaltung bei Mehrpersonenhaushalten nicht ganz so drastisch. Die geplante Steigerung der Grundgebühr sei trotz festgelegter Einsparungen von 10 250 Euro beim Betrieb der Kläranlage nicht abzuwenden, erläutert Hartmut König.
Indes habe der allgemeine Rückgang der Trinkwasserabnahme die umfassende Neukalkulation erforderlich gemacht. „Allein die Einleitung der Fläming-Quellen-GmbH ist um etwa ein Drittel auf 27 000 Kubikmeter pro Jahr zurückgegangen, seit dort die Glasflaschenabfüllung eingestellt worden ist“, erklärte der Bauverwaltungschef auf MAZ-Nachfrage. „Gleichwohl stabilisiert das Unternehmen nach wie vor die Kosten für die Allgemeinheit“, formuliert es der Amtsleiter positiv. Der rückläufige Wasserverbrauch sei indes auch bei Privathaushalten buchstäblich ablesbar. Aus Reppinichen etwa sind voriges Jahr 200 Kubikmeter Fäkalwasser weniger im Klärwerk Görzke angeliefert worden, so dass die Mengengebühr dort um zwei Cent steigen soll.
Bei der Abfuhr aus den abflusslosen Gruben ins Klärwerk Wiesenburg hat sich außerdem das Verhältnis zwischen Fäkal- und Frischwasser von 72 auf 76 Prozent erhöht, was sich ebenfalls speziell in der Mengengebühr niederschlägt.
Konstant bleibt lediglich der Preis für die Abfuhr von Fäkalschlamm aus Kleinkläranlagen. „Im Sinne des Solidarprinzips hätte ein Teil der Last auch auf jene Grundstückseigentümer umgelegt werden können“, monierte der Wiesenburger Ortsvorsteher Bernd Müller (SPD).
Der bevorstehende schrittweise Anschluss von Neuehütten ans Kanalnetz, was die 100-Prozent-Entsorgung dort gewährleisten soll, werde stabilisierend auf die Gebühren wirken, prognostiziert Hartmut König. Nächstes Jahr muss aber das 2003 letztmals bestätigte kommunale Abwasserbeseitigungskonzept bis 2015 erstellt werden. Naheliegend wäre, den Anschluss für Schlamau ins Auge zu fassen. Eine Akquise außerhalb hält der Bauamtsleiter ob des aufgeteilten und kleiner werdenden Marktes für unrealistisch. (Von René Gaffron)
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