LEHNIN - Mathias Groß und Thomas Elies gehen in die Luft. Der eine ist Elektriker, der andere bedient den auf 30 Meter Höhe ausgefahrenen Lift. Alle Jahre wieder schmücken sie einen der schönsten Weihnachtsbäume in der Mark – die Douglasie auf dem Amtshof im Lehniner Kloster.
Damit der 1949 gepflanzte Baum am Sonntag beim Adventsmarkt in stimmungsvollem Licht erstrahlt, werden die Äste mit 600 Glühlampen behangen. Jede hat eine Leistung von fünf Watt. „Das hört sich wenig an, aber die Menge sorgt für genügend Licht“, erklärt Elektriker Groß von der Firma Lindhorst in Werder. Zusammen mit dem Fahrer der ebenfalls aus Werder georderten Arbeitsbühne von der Firma IKW ist er ein eingespieltes Team, das schon seit mehreren Jahren die Douglasie in Lehnin verkabelt.
Nicht wahllos werden die Lampen angebracht. Sie hängen an drei separaten Leitungen, die mit dem Verteilerkasten unter dem Baum verbunden werden. Insgesamt sind es 300 laufende Meter. Dank der Parallelschaltung in den Kabelsträngen gibt es beim Ausfall einer Lampe keinen Blackout des gesamten Systems. Gestern Mittag war es soweit: Alles funktioniert. Die Adventszeit kann beginnen. Für Pressesprecher Alexander Schulz vom Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin ist die Douglasie mit ihren Lichterketten ein „weit sichtbares Zeichen der Freude über die Geburt Christi“. Seit Jahrzehnten ist die Douglasie der Mittelpunkt des Adventsmarktes.
Das vorweihnachtliche Treiben wird in diesem Jahr von einer Sonderausstellung über Christ- und Weihnachtsbäume im benachbarten Zisterzienser-Museum begleitet. Diese wird unmittelbar nach dem Gemeindegottesdienst eröffnet. Eine besondere Bereicherung der Schau, die von Museumsleiter Stefan Beier und Harald Schwillus von der Uni Halle-Wittenberg kuratiert wird, ist die Weihnachtskrippe des Bildhauers Joachim Dunkel, die von 1978 bis 1990 entstanden ist. Dass die Ausstellung über Christ- und Weihnachtsbäume gerade in diesem Jahr stattfindet, hat einen besonderen Grund. Genau vor 60 Jahren wurde die Lehniner Douglasie zu Ehren des ersten Lehniner Stiftspfarrers Paul Blankenburg gepflanzt – zehn Jahre nach seinem Tod.
Programm am Sonntag: 11.45 Uhr Gottesdienst, anschließend Ausstellungseröffnung im Museum, ab 14 Uhr Adventsmarkt, 17 Uhr Festkonzert in der Lehniner Klosterkirche. (Von Frank Bürstenbinder)