ORANIENBURG - Der Dompropst der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale, Stefan Dybowski, weihte gestern Produktionsräume im Oranienburger Gewerbegebiet Nord. Das Weihwasser galt einem außergewöhnlichen Ort: der neuen Caritas-Behindertenwerkstatt am Heidering.
„Mit dem Betriebsteil Faktor C für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen, der Abteilung für die Zerlegung von Kfz-Generatoren und einer öffentlichen Kantine finden hier nahezu 100 Beschäftigte einen modern ausgestatteten Arbeitsplatz“, erklärte Werkstattleiter Christoph Lau.
„Wir sind froh über die räumliche Nähe zur Caritas-Werkstatt, davon werden beide Seiten profitieren“, sagt Produktionsdirektor Fahri Özcan von der ebenfalls im Gewerbegebiet ansässigen Friesen GmbH. Friesen ist einer der größten Auftraggeber des Johannesbergs. Die Behinderten demontieren für das Unternehmen, das Auto-Altteile wieder aufbereitet, Anlasser und Lichtmaschinen. Durch die jetzige unmittelbare Nachbarschaft werden sich Produktionsabläufe vereinfachen, denkt Abteilungsleiter Harald Hohberg von der Caritas.
Mit dem neuen zweiten großen Standort in Oranienburg wollen die Leute vom Johannesberg auch die berufliche Integration von Behinderten in regionale Unternehmen vorantreiben. „Wir verstehen uns als Partner unserer Beschäftigten, wenn es um Praktika, Arbeitserprobungen oder Übergänge in andere Beschäftigungsformen der örtlichen Betriebe geht“, so Werkstattleiter Lau.
Die Caritas hatte die Immobilie, in der zuvor eine Medizintechnik-Firma und eine Motorradwerkstatt ansässig waren, bei einer Zwangsversteigerung erworben. Die neue Werkstatt sei ohne Fördermittel errichtet worden und sei ein Beleg für den hohen Standard der Produkte und Dienstleistungen des Johannesbergs, betonte Lau.
Eine gute Perspektive erhofft sich die Caritas für die Agentur „Faktor C“, die dem gesamten neuen Standort den Namen gab. Menschen mit seelischen Behinderungen und psychischen Erkrankungen stellen dort Druck- und Werbeerzeugnisse her. (Von Heiko Hohenhaus)