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28.11.2009

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NACHLESE: Abend der Emotionen

Warum Wolfgang Joop gerührt war und Helmut Kohl berührte

Er war der Große Ahnungslose des Abends. Und dabei extrem liebenswert: Modeschöpfer Wolfgang Joop, der aus den Händen seiner Tochter und Laudatorin Jette den Bambi-Sonderpreis entgegennehmen durfte. Mit seiner Kreativität und seinem Engagement, so die Jury-Begründung, habe er „Potsdam neu erfunden“. Zuerst mal musste der Kreativkönig seine Fassung wiederfinden. Die Auszeichnung, so bekannte er nach der Show glücksstrahlend, sei tatsächlich eine gut eingefädelte Überraschung gewesen. Auch während der ganzen Gala hatte seine Begleitung alle Tricks angewandt: „Ich musste eigentlich dringend auf die Toilette – aber ich wurde immer zurückgehalten.“ Oben auf der Bühne, als er Jette ein inniges Küsschen aufs Haar drückte, kamen ihm dann fast die Tränen. Süß auch, wie er die Trophäe unter anderem seiner Mutter widmete: „Sie wird übermorgen 94 Jahre alt.“

Große Gefühle hatten auch auf der After-Show-Party Konjunktur. Besonders berührt hatte die Video-Zuspielung des rekonvaleszenten Altkanzlers Helmut Kohl. „Er ist sehr verletzlich geworden“, sagten das Journalisten-Ehepaar Georgia Tornow und Ulrich Meyer nachdenklich. Talk-Thema bei den Partygästen auch der Satz des Bambi-geehrten Kameramanns Siegbert Schefke, einst einer der Montagsdemo-Helden: „Ehemalige inoffizielle Mitarbeiter der Stasi gehören für mich heute in keine Regierung in keinem deutschen Land“, hatte Schefke in der Show unter Beifall gerufen.

Ansonsten wurde natürlich groß gefeiert. Bild-Chefredakteur Kai Diekmann und seine bildhübsche Gattin, Buchautorin Katja Kessler, zeigten sich als bekennend begeisterte Neu-Potsdamer – mit einer Schwäche für die einschlägigen Schokoladenhäuser im Holländischen Viertel. Michael Mronz, Lebensfährte von Außenminister Guido Westerwelle, hat sein Herz gleichfalls – als Tourist – an die Havelstadt verloren. Sogar die Metropolis-Halle ist für den sympathischen Sportmanager keine Unbekannte: „Hier fand ja der FDP-Bundesparteitag im September statt.“ Babelsberg noch aus Vorwendezeiten kennt Filmproduzentin Regina Ziegler. Hier entstand ihr Kleist-Film „Heinrich“. Wie das? Powerfrau Ziegler: „Wenn man Devisen gebracht hat, ging das.“ Doch wie steht’s um die Zukunft von Babelsberg, Herr Hoeneß? Wird SV Babelsberg aufsteigen? – Hoeneß, lachend: „Da hab ich nix dagegen.“ Nix dagegen hatten die anwesenden Herren wohl auch angesichts des Dekolletés von Model Shermine Sharivar. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Schöne an diesem großen Abend nicht auch einen großen Schnupfen holte. (Von Ildiko Röd)


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