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28.11.2009

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DENKMALPFLEGE: Innung im Großeinsatz

Baugewerke ziehen eine ganze Terrassenmauer am Winzerberg hoch

POTSDAM / NAUENER VORSTADT - Früh um 6.30 Uhr waren schon die Hucker da, eine halbe Stunde später kam die ganze „Meute“. 50 Maurer von neun Potsdamer Firmen zogen gestern bis zum Abend die komplette mittlere Terrassenmauer des Winzerbergs von Sanssouci hoch. Mann reihte sich an Mann; jeder auf einem 2,60 Meter breiten und ebenso hohen Feld. Morgens fing der Trupp unter Scheinwerferlicht an, abends hörte er bei Kunstlicht wieder auf. Am heutigen Samstag macht noch eine Nachhut weiter mit den Säulen für die Pergola. „Dann haben wir das Jahressoll geschafft“, sagt Alt-Maurermeister Peter Rübe, der die Oberaufsicht hat am Berg. „Jedes Jahr zwei solcher Aktionen, und wir haben die Mauern zwei Jahre eher fertig als geplant“, freut sich Baudenkmalpfleger Roland Schulze, der den gestrigen Einsatz zusammen mit der Baugewerke-Innung erst vor zehn Tagen ausgeheckt hatte.

„Mich brauchte er nicht überzeugen“, gesteht Innungsobermeister Eckehard Hummel: „Für mich als Uralt-Potsdamer ist der Winzerberg schon ein Kindheitserlebnis gewesen. Da mitzumachen, ist doch Ehrensache.“ Per Rundmail wurden die 45 Betriebe der Innung eingeladen, alle Konkurrenz und Animositäten zu begraben und für die gute Sache an den Berg zu kommen. Ein Fünftel konnte trotz des kurzen Vorlaufs Leute schicken. „Wir werden im Frühjahr noch mal sowas machen“, verspricht Hummel. Mit „doppelt so vielen Leuten“ rechnet Schulze.

Immerhin rund 600 Steine verbaut jeder Maurer pro Tag; knapp sieben Quadratmeter. Der eine schaffte es schneller und half am Abend dann denen, die es nicht so flüssig können. Ungewohnte Kollegialität machte sich breit.

Im Frühjahr dann wagt man sich an die anderen Terrassen; fünf „Etagen“ gibt es, jede rund 60 Meter lang. Ihr baulicher Zustand ist nach 250 Jahren sehr schlecht. Baum- und Strauchbewuchs haben die Mauern aufgerissen, massiv Wasser einfließen lassen und die äußere Mauerschale weitgehend gesprengt. Sie muss abgenommen werden. Während die gestrige Terrassenhülle der C-Ebene völlig neu aufgemauert wurde, kommen auf den anderen Ebenen die geborgenen Altsteine zum Einsatz, die später alle mit einer Schlämmfarbe überzogen werden und so ein einheitliches Bild erhalten. (Von Rainer Schüler)


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