POTSDAM / INNENSTADT - Die Linke hat erneut die Pläne der Stadt kritisiert, eine Schwimmhalle neben der Biosphäre im Bornstedter Feld zu errichten und im Gegenzug die Halle am Brauhausberg zu schließen. Zu einem überraschend schlecht besuchten Bürgerforum im Alten Rathaus, bei dem die Pläne vorgestellt wurden, erschienen Stadtverordnete und Sympathisanten der Partei in Mannschaftsstärke und bestritten den Frageteil des Abends mit ihren Meinungsäußerungen quasi allein. Die Partei setzt sich nicht zuletzt deshalb so stark für den Standort Brauhausberg ein, weil ihre Hauptwählerschaft in den südlichen Stadtteilen zu Hause ist und daher die kurzen Wege einer Reise in den Norden vorzieht.
Zuvor hatte Klaus Batz, Geschäftsführer einer auf Bäderfragen spezialisierten Kommunalberatung, die bisherige Entscheidung der Stadt gelobt. Zwar biete auch der Brauhausberg viele Vorteile, vor allem die hervorragende Erreichbarkeit mit öffentlichem Nahverkehr, doch sei das Kostenargument nicht zu übergehen: Weil die Stadt die Flächen am Brauhausberg für zwölf Millionen Euro verkaufen könnte, wäre ein kompaktes Sport- und Gesundheitsbad im Bornstedter Feld wesentlich günstiger zu bekommen. Er warnte zugleich davor, dass Bäderbetriebe immer ein Zuschussgeschäft darstellten. Der reine Sportbetrieb bringe kaum Einnahmen, Profite würden nur mit Angeboten an Sauna, Wellness und Gastronomie generiert. Die derzeitige Ausrichtung des Brauhausberg-Bades sei daher nicht marktgerecht, viele Potsdamer wanderten in Freizeitbäder im Umland ab.
Die Baukosten für ein neues Bad seien an beiden Standorten etwa gleich, der jährliche Zuschuss läge am Brauhausberg mit 1,3 Millionen jedoch deutlich über den 265 000 Euro, die im Bornstedter Feld anfielen, erklärte Batz – auch dies wegen der erwarteten Verkaufserlöse am Brauhausberg. Zwar sei die Lage am Hauptbahnhof großartig, doch könne man auch die Biosphäre sehr bequem mit den „Öffentlichen“ erreichen. (Von Jan Bosschaart)