Dass sich ein Amokläufer wirklich von seinen Taten dadurch abschrecken ließe, dass es an „seiner“ Schule ein Warnsystem gibt, darf ernsthaft bezweifelt werden. Doch die Schäden einer solchen Tat könnten bei schnellem und richtigem Handeln deutlich eingedämmt werden – und jeder Verletzte oder gar Getötete weniger ist zweifellos ein Gewinn, der mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen ist. Moralisch lassen sich daher wenig Argumente gegen das erste Amok-Warnsystem finden. Das wird der Kämmerer naturgemäß anders sehen müssen, wenn er die Kosten bedenkt: 100 000 bis 150 000 Euro sind kein Pappelstiel – dennoch kann sich die CDU, die jetzt die Forderung aufgemacht hat, es mögen doch alle 52 Schulen in der Stadt derart ausgestattet werden, recht sicher sein, dass ihr kaum jemand offen zu widersprechen wagt, falls sie ihren Vorschlag in einen Antrag gießen sollte. Der Vorwurf, mit der Sicherheit und dem Leben der Schüler und Lehrer zu spielen, wäre ihm gewiss. Bleibt also nur, im Zweifel auf das Land zu warten. Möglicherweise entscheidet sich dort, dass alle märkischen Schulen mit solch einem Amok-Alarm ausgestattet werden. Dann bekäme die Stadt sie auch, und wäre nicht nur kostentechnisch auf der sicheren Seite.