ZOSSEN - Die Nachricht machte am Montagabend in Zossen schnell wie ein Lauffeuer die Runde. „Der Link“ habe sich das Leben genommen. Tabletten, hieß es. Es sollen zumindest jede Menge Anti-Depressiva gesehen worden sein. Bestätigen konnte oder wollte das jedoch noch niemand. Aufschluss müsse erst die Obduktion der Leiche bringen, war gestern von offizieller Stelle zu hören.
Sein Freund und Untermieter Gerd Walther soll nach Informationen der MAZ die Leiche des im November 2008 in die Schlagzeilen geratenen umstrittenen Geschäftsmannes in dessen Wohnung gefunden und daraufhin die Feuerwehr gerufen haben. Ein Sprecher des Polizeischutzbereichs Teltow-Fläming bestätigte gestern, dass auch die Beamten gegen 18.50 Uhr vor Ort waren. Nach vorliegenden Erkenntnissen gehe man davon aus, dass sich Link umgebracht habe. Es sei ein handschriftlicher Abschiedsbrief gefunden worden. Über dessen Inhalt könne er allerdings derzeit keine Angaben machen.
Nach Informationen der MAZ soll es gegen Link, der sich im November 2008 während der Stolpersteinverlegung in Gedenken an ehemalige jüdische Mitbewohner ungewollt als Rechtsextremist geoutet hatte, auch Ermittlungen wegen Kindermissbrauchs beziehungsweise Kinderpornografie gegeben haben. Immer wieder waren in Zossen Schmierereien aufgetaucht, so auch großflächig an seinem nach der Schließung des „Medienkombinats“ verbarrikadierten Haus – , die ihn als Kinderschänder titulierten. Sogar ehemalige „Mitstreiter“ aus der rechten Szene distanzierten sich in diesem Punkt von Link und boten ihn entlarvende Fotos zum Verkauf an. Link wiederum hatte im Internet öffentlich den Verdacht geäußert, dass ein aktives Mitglied der Freien Kräfte Teltow-Fläming ihn „um zwei Rechner erleichtert“ habe. Es hatte vorübergehend den Anschein, als wolle er nach außen hin auf Distanz zur hiesigen rechten Szene gehen.
Ironie des Schicksals: Holocaustleugner Link hatte vor Jahren – aus Berlin kommend, wo ihm angeblich niemand mehr eine Wohnung vermieten wollte – in Unkenntnis der Zossener Geschichte ein jüdisches Wohnhaus in der Berliner Straße gekauft. Wenn er das gewusst hätte, so schrieb er damals in einem offenen Brief, hätte er das Objekt nie gekauft. Glück hat es dem früheren Mitglied des Berliner Oratorienchores und zeitweiligen Schatzmeisters des längst verbotenen „Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“ nicht gebracht. Das Haus des Internet-Café-Betreibers, der selbst immer wieder provozierte, ob mit öffentlichen Diffamierungen, ungesetzlichen Transparenten am Haus, einem Bierkasten auf dem Stolperstein oder illegaler Internet-Kamera, war zum Schluss immer häufiger selbst Zielscheibe von anonymen Provokationen.
Vorerst geplatzt ist mit dem Tod Links auch die geplante Neueröffnung des Geschäfts – angeblich mit einer arabischen Freundin – in der Berliner Straße. Gestern hing nicht nur ein Blumenstrauß an der Tür, auch Scheiben waren eingeworfen. (Von Fred Hasselmann)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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