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09.12.2009

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GESUNDHEIT: Der nächste Fusionspartner

Im Norden will die IKK mit der AOK zusammengehen – auch in Brandenburg wird das diskutiert

POTSDAM - In Niedersachsen zeichnet sich eine Fusion zwischen der Innungskrankenkasse (IKK) und der AOK ab – und das könnte auch ein Modell für Brandenburg sein. Der Verwaltungsrat der IKK Niedersachsen hat beschlossen, Verhandlungen mit der regionalen AOK aufzunehmen, „um eine Fusion zum frühest möglichen Zeitpunkt“ zu erreichen. Hintergrund sei „der Handlungsdruck“ aufgrund von „wirtschaftlichen und wettbewerblichen Rahmenbedingungen“, teilt die Kasse, die traditionell vor allem Handwerker und Mittelständler zu ihrer Klientel zählt, mit. Das liest sich wie ein Hilferuf. Die so angesprochene AOK zeigt sich gegenüber der MAZ bedeckt. „Wir haben das zur Kenntnis genommen“, sagt Sprecher Oliver Giebel, man werde am 15. Dezember über den Wunsch beraten.

Für den Vorstandschef der AOK Brandenburg, Frank Michalak, der ab 1. Januar 2010 auch der dann fusionierten AOK Berlin-Brandenburg vorstehen wird, ist das eine „interessante Entwicklung“. IKK und AOK in der Region arbeiteten bereits hervorragend zusammen und es wäre eine gute Lösung, wenn sich Kassen, die in der Region verwurzelt seien und Akzente setzten, gemeinsam einsetzen würden. Ursprünglich hatte die AOK Brandenburg neben der AOK Berlin noch einen dritten Partner ins Boot holen wollen. Dazu hatte es Gespräche mit der AOK in Sachsen-Anhalt und der AOK in Mecklenburg-Vorpommern gegeben, die aber zu keinem Ergebnis führten. Die IKK wäre möglicherweise ein attraktiverer Partner.

Elmar Stollenwerk, der für die Unternehmerseite im Verwaltungsrat der AOK Brandenburg sitzt, bestätigt, dass es solche Überlegungen bereits gegeben habe, man eine kassenartenübergreifende Fusion von AOK und IKK für „zu kompliziert“ gehalten habe, um sie noch 2009 über die Bühne zu bringen. „Damit ist aber keine Entscheidung über die Zukunft getroffen worden“, betont Stollenwerk.

Die Sprecherin der IKK Berlin-Brandenburg, Gisela Köhler, erklärt, dass „uns diese Idee nicht unbekannt ist“, gibt dann allerdings der AOK einen Korb: Eine Fusion im kommenden Jahr stünde „überhaupt nicht zur Diskussion“, so Köhler. Die IKK stehe finanziell „super stabil“ da und sei in der „komfortablen Lage, die Szenerie beobachten zu können“.

Zeitdruck hat Michalak allerdings auch nicht. Die neue AOK Berlin-Brandenburg stehe finanziell mit Rücklagen von rund 100 Millionen Euro gut da. Auch dank dieses Polsters garantiert der Vorstandschef: „Wir werden im gesamten Jahr 2010 keinen Zusatzbeitrag erheben.“ Derzeit spekulieren Experten darüber, dass spätestens im Februar die ersten großen Krankenkassen beschließen müssen, von ihren Versicherten Zusatzbeiträge zu nehmen, vermutlich in Höhe von pauschal acht Euro je Monat.

Die Fusionsvorbereitungen sind laut Michalak abgeschlossen. Der Hauptsitz der neuen Kasse werde wie geplant in Potsdam sein, und zwar in der Behlertstraße. Dort werde allerdings zunächst nur ein Stab um den neuen Vorstand mit ihm und seiner Stellvertreterin Gerlinde König, derzeit AOK-Vize in Berlin, seine Büros haben. Michalak hofft, dass die fusionierte Kasse dabei helfen kann, die Gesundheitspolitik in der Region künftig länderübergreifender zu planen. So sei es nicht unbedingt sinnvoll, Kliniken mit der gleichen Hochleistungsmedizin direkt dies- und jenseits der Berliner Stadtgrenze auszustatten. (Von Andreas Streim)


Die Große und die Kleine:

Die neue AOK Berlin-Brandenburg hat rund 1,35 Millionen Versicherte, die von 4200 Beschäftigten betreut werden. Der Haushalt der Krankenkasse hat ein Volumen von etwa 4,5 Milliarden Euro.

Erklärtes Ziel von AOK-Vorstandschef Frank Michalak ist weiteres Wachstum. Im kommenden Jahr soll die Mitgliederzahl um ein Prozent steigen. Weil allein die AOK Brandenburg pro Jahr etwa 13 000 bis 16 000 Mitglieder durch Tod verliert, liegt die Anzahl der zu gewinnenden Neukunden deutlich höher. „Wir müssen unsere Akquisezahlen fast verdoppeln“, so Michalak.

Die IKK Brandenburg und Berlin ist deutlich kleiner als die AOK. Die Innungskrankenkasse hat derzeit in der Region 203 000 Versicherte und etwa 400 Beschäftigte. Der Haushalt beträgt etwa 450 Millionen Euro. ast



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