Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

11ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Nachrichten
  3. » Politik
  4. » Politik aus der MAZ
15.12.2009

Beitragsfunktionen:

KLIMAGIPFEL: Klirrende Kälte statt Erderwärmung

Organisationschaos macht Teilnehmern das Leben schwer / Streit um Geld für arme Staaten

KOPENHAGEN - Der Feind ließ sich nicht blicken. Leider. Zum Auftakt der zweiten, entscheidenden Gipfelwoche gab’s statt Erderwärmung klirrende Kälte vor dem Kopenhagener Bella Center. Und statt der 15 000 Teilnehmer, die der Kongress-Komplex fassen kann, waren mehr als 45 000 gekommen. Gut 500 Meter zieht sich die Schlange der Delegationsmitglieder, Umweltbewegten, Reporter und Gäste an den Absperrungen entlang. Da jeder einzeln kontrolliert wird, ist die Stimmung rasch dahin.

Gegen Mittag gehen die Regentänze der Afrikaner bei drei Grad unter Null in unstrukturiertes Bibbern über. Poncho-Peruaner und Laptop-Japaner schauen ihren Atemwolken hinterher. Nur die malayischen Veganer werden nicht müde, den Meister Chin Hai und ihren Weg als die Lösung der Weltprobleme anzupreisen. Manch einer stopft sich ihre Papiere in die Schuh, um wenigstens ein wenig gegen die aufsteigende Kälte von unten zu isolieren.

Rund 5000 Leute schaffen es an diesem Montag nicht in den hermetisch abgeriegelten Bezirk des Bella Centers und demonstrieren draußen laut ihren Unmut. Drinnen gibt es zur gleichen Zeit wieder massiven Streit zwischen Nord und Süd: Bei den Entwicklungsländern wächst die Verärgerung über die Haltung der Industriestaaten und der dänischen Gastgeber, denen sie Einseitigkeit vorwerfen. Als es allzu heftig gegeneinander geht, berichten Teilnehmer, sind die formellen Gespräche sogar vorübergehend unterbrochen worden. Vor allem die Afrikaner hatten mehr Geld für den Kampf gegen die Folgen des Klimawandels gefordert. Die dänische Konferenzpräsidentin Connie Hedegaard nahm daraufhin informelle Gespräche mit allen Umweltministern auf, um so neuen Schwung in die Verhandlungen zu bringen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) mahnte zu Beginn der Abschlusswoche in Kopenhagen die USA und China zu einem stärkeren Engagement. Beide Länder müssten mehr Verantwortung übernehmen.

Mit den Beratungen der Umweltminister aus 192 Staaten ging der Gipfel am Montag in die Endphase. Bislang hatten in der dänischen Hauptstadt Beamte versucht, die Voraussetzungen für ein globales Klimaschutzabkommen zu schaffen. Für die beiden letzten Gipfel-Tage am Ende der Woche werden dann die Staats- und Regierungschefs aus 115 Ländern erwartet, darunter auch US-Präsident Barack Obama. Kanzlerin Angela Merkel soll am Donnerstag vor den Gipfelteilnehmern sprechen. (Von Ralf Schuler)


Ihre Meinung ist gefragt!

Zwei deutsche Vereine im Champions-League-Finale: Wem wünschen Sie den Sieg?

Abstimmung

Stimme abschicken
» Zum Ergebnis