Wie ein Löwe hat sich der Werderaner CDU-Stadtverordnete Christian Große stellvertretend für seine Partei vor die örtliche Polizeiwache geworfen. „Nur über meine Leiche“ hat er zwar nicht gesagt, aber dem SPD-Innenminister Rainer Speer immerhin einen „kalten Winter“ prophezeit, sollte der die Polizeipräsenz tatsächlich reduzieren.
Zur Einordnung: In Werder ist Wahlkampf. CDU-Kandidat Werner Große möchte im März wiedergewählt werden. Da darf seine Partei schon einmal die Krallen in Richtung Potsdam ausfahren. Außerdem fällt es den Christdemokraten seit dem Regierungswechsel leichter, gegen Einsparungen bei der Polizei zu wettern. Die Verschlankung der Landespolizei samt Stellenabbau gehört zwar zum politischen Vermächtnis des heutigen Ehrenvorsitzenden der CDU, Jörg Schönbohm. Doch das lässt die Werderaner CDU natürlich unerwähnt. Und die Linkspartei kramt es genüsslich hervor.
Soweit zu den Ritualen. In der Sache kommt angesichts eines bis 2020 dramatisch schrumpfenden Haushalts die Polizei um Einschnitte nicht herum. Das wissen die Polizeigewerkschaften. Und Werders CDU schwant, dass man im Innenministerium auf die CDU-Hochburg Werder künftig weniger Rücksicht nehmen wird.