Was für eine schöne Bescherung! Trotz Krise und klammer Kassen versiegte vor Weihnachten der Spendenstrom nicht. Darüber freute man sich in der Suppenküche, im christlichen Kinderhilfswerk „Arche“ in Drewitz, im Kinderheim Am Stern, im Oberlin-Kompetenzzentrum für taubblinde Kinder, um nur einige Beispiele zu nennen. Riesenzulauf hatte die von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) organisierte Weihnachtsfeier für Wohnungslose und Bedürftige erstmals im noblen Dorint-Hotel, wo am Ende rund 450 Menschen aus Potsdam und Umgebung bewirtet wurden. Groß und Klein genoss staunend das festliche Ambiente, die Wärme, den Service. Mancher kam gar im Anzug aus der Kleiderkammer der Volkssolidarität. Ein paar Stunden „sans souci“ – ohne Sorge um genug Essen, eine feste Bleibe, sinnvolle Beschäftigung. Die Premiere ist geglückt, findet die Awo. Fehlt eigentlich nur noch ein Zugpferd wie Frank Zander. Womit wir beim Entertainment wären: Dass Kunst ohne Kommerz funktioniert, haben die Kulturcamper auf dem Bassinplatz ganz ohne Gage wieder mal bewiesen. Wer dem Konsumterror entfloh und sich im Winterzelt kreativ, kulinarisch oder musikalisch aufs Fest einstimmte, fand dabei sogar originelle Geschenke. Weihnachten in Potsdam: ein Fest der Liebe.