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30.12.2009

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Jutta Lietsch über die Hinrichtung des Briten Akmal Shaikh

Trauriger Alltag in China

Das Gesetz ist eindeutig: Wer sich in China mit 50 Gramm Heroin erwischen lässt, dem droht die Todesstrafe. Mit vier Kilogramm Heroin im Koffer war der britische Staatsbürger Akmal Shaikh vor zwei Jahren verhaftet worden. Diese Menge reicht aus, um sehr viele Menschen ins Unglück zu stürzen. Keine Frage also: Wenn es so war, dass der 53-Jährige das Rauschgift im vollen Bewusstsein nach China geschmuggelt hat, dann hatte er eine sehr hohe Gefängnisstrafe verdient.

Aber war er geistig gesund, war er verantwortlich für das Verbrechen? Die Familie Akmal Shaikhs bezweifelt es. Angehörige hatten darum gebeten, ein Gutachten über seine Zurechnungsfähigkeit zu erstellen. Warum haben die Richter oder die Justizbehörden in Peking nicht dafür gesorgt, jeden Zweifel auszuräumen? Das chinesische Gesetz sieht vor, dass geistig verwirrte Straftäter mit einer milderen Strafe davonkommen oder in eine Heilanstalt gebracht werden – egal, ob es sich um Chinesen oder Ausländer handelt.

Mindestens 1700 Menschen wurden vergangenes Jahr in China hingerichtet, die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Sie starben nach dubiosen Verhandlungen, oft unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Schicksal des Briten Akmal Shaikh ist tragisch, in Chinas Justiz ist es Alltag.


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