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02.01.2010

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WIRTSCHAFT: Obi in Stahnsdorf ist Geschichte

Baumarkt nach 15 Jahren dicht: ein Abschiedsbesuch

STAHNSDORF - Ein voll bepackter Wagen nach dem anderen fuhr am Silvestermorgen vom Parkplatz des Baumarktes „Obi“ im Stahnsdorfer Gewerbegebiet. „Wir schließen, sie sparen“, war das von den Obi-Werbetextern vorgegebene Motto zum Räumungsverkauf in der Filiale. Nicht nur die Stahnsdorfer nahmen dankend an, auch einige Berliner und Potsdamer Kennzeichen waren auf dem Parkplatz zu sehen.

„Die Kunden wissen schon, wann es billiger ist“, sagte Marktleiter Thomas Brunk, wenn man ihn nach den Kundenzahlen der vergangenen Wochen fragte. 30 Prozent auf alles außer Feuerwerk war die Devise. „Ich dachte, am letzten Tag würden sie noch mehr runtersetzen“, zeigte sich ein Stammkunde enttäuscht. „Es ist aber sehr schade, dass sie zumachen, ich war jeden Tag hier, die Fachberatung war gut!“ Nach fünfzehn Jahren schließt der Baumarkt im Gewerbepark Greenpark, nachdem der Mietvertrag ausgelaufen ist (MAZ berichtete).

In den letzten Geschäftsstunden der Filiale herrschte eine befremdliche Atmosphäre in der Halle: Viele Regale leergekauft, die Rollen für Meterware von Seilen oder Teppichböden leergewickelt und auch das „Pflanzenparadies“ frei von Grün- und Blühpflanzen. Nur noch Orientierungsschilder erinnerten daran. Die Musik schien ungewöhnlich laut in den leeren Regalreihen, lediglich im Kassenbereich hörten die Kunden die gewohnte Geräuschkulisse von piependen Kassen, Lautsprecherdurchsagen und dem Rollen der Wagen über den PVC-Boden. Ein jaulender Schäferhund war vor dem leeren Tierfutterregal zu treffen, dessen Besitzerin anders als die meisten Kunden von der Filialschließung überrascht schien.

In der Lampenabteilung war schon das Licht ausgegangen. Da die Modelle bereits abmontiert waren, stand man hier im Dunkeln. An den Informationen traf man die Belegschaft in kleinen Grüppchen recht entspannt. Gelöste Stimmung vor dem Ende.

„Natürlich werden wir den Obi vermissen“, sagten viele Kunden, die besonders die Nähe für den schnellen Einkauf zwischendrin schätzten. „Wir bauen gerade und jetzt müssen wir immer nach Teltow oder Berlin rein, wenn wir zwischendrin schnell was brauchen“, bedauerte eine Stahnsdorfer Mutter.

Dennoch gibt es Wünsche oder Vorstellungen, was an den Standort im Greenpark passen würde: „Vielleicht kommt hier eine Disko hin“, spekulierte man. Zwei Frauen hoffen auf einen Möbeldiscounter. Jedoch sieht der Bebauungsplan für den Standort im Gewerbepark einen Baumarkt vor.“ „Ich habe noch der Kassiererin alles Gute gewünscht“, erzählte eine Stahnsdorferin, „aber sie hat gar nicht reagiert.“ Über den Verbleib der Mitarbeiter machte der Marktleiter keine Angabe. Laut Obi-Internetseite sind noch einige Stellen in Berliner Märkten offen. Wie, wo, was, weiß nur Obi. (Von Friederike Frantz)


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