Die Tage um den Jahreswechsel sind stets Anlass, Bilanz zu ziehen und Aufgaben für das neue Jahr zu formulieren.
Zumindest für den Wasser- Zweckverband Jüterbog-Fläming warten da so einige Herausforderungen. Für seine Mitarbeiter ist es an der Zeit, den Kunden in den Orten rund um Zeuden zu erklären, warum aus dem dortigen Wasserwerk immer wieder verunreinigtes Nass gefördert wird. Die Bürger sind es mit Recht leid, regelmäßig mit Handzetteln zum Abkochen des Wassers aufgefordert zu werden. Eine grundlegende Untersuchung zu den Ursachen muss angestrebt werden. Doch bislang sind bauliche Veränderungen mit jedem Wirtschaftsplan des Versorgers immer nur verschoben worden. Das kann den Wasserkunden in Zeuden, Lobbese und Pflügkuff nicht länger zugemutet werden. Womöglich liegen die Ursachen ja gar nicht im undurchsichtigen Erdreich verborgen. Immerhin treten vergleichbare Probleme in verschiedenen Wasserwerken des WAZ immer mal wieder auf.
Positiver fällt der in dieser Ausgabe nachzulesende Jahresrückblick für die Region Brück aus. Zwar konnten auch dort nicht alle Wünsche erfüllt werden. Doch sind einige Großprojekte vorangebracht oder gar beendet worden, die lange geplant waren. Der Bau des zentralen Kindergartens ist dabei allerdings ein Erfolg, der nur gedämpfte Freude auslöst. Die Einrichtung ist nämlich zu klein ausgefallen. Somit liegt der Stadt – anders als immer geplant – weiter mindestens ein Kitagebäude weiterhin auf der Tasche. Auch für das „Spatzenhaus“ muss dringend eine Nachnutzung gefunden werden. Mit dem Netzwerk Erneuerbare Energie, das dort etabliert werden soll, gibt es zumindest Ideen dafür.
Geschafft haben es die Aktivisten um Eike Siedschlag indes noch vor Jahresablauf, historische Holztürme in das Bewusstsein der Brücker und ihrer Stadtväter zu rücken. Letztere hatten den Wert der mindestens europaweit einmaligen Bauwerke nicht erkannt als die Sprenggenehmigung im Sommer eintrudelte, sondern erst als das Thema nach MAZ-Berichten im Dezember breites Interesse auslöste. Der neu gegründete Verein verdient daher alle Unterstützung. Hat er sich doch nicht einem privaten Hobby verschrieben, sondern der Rettung eines Wahrzeichens. (Von Thomas Wachs)