RÄDEL - Vielleicht platzt im Februar eine Bombe. Dann nämlich, wenn die Gemeindeverwaltung dem Rädeler Ortsbeirat die Planung für die Hauptstraße vorstellt. Ein Planer sollte ergründen, was getan werden muss, um die Straße, an der das ganze Dorf hängt, gründlich in Ordnung zu bringen und zugleich für einen kontrollierten Abfluss des Regenwassers zu sorgen. Heiß ist das Thema deshalb, weil nicht wenige Rädeler meinen, dass eine Reparatur der Straße durchaus genüge.
Dieter Paul und Dominik Haisch gehören zu den Kritikern der Ausbaupläne. „Über Jahre hat die Gemeinde die Straße stiefmütterlich behandelt“, klagt Paul, „kein Wunder, dass sie in diesem Zustand ist.“ Die Gemeinde mache es sich einfach, in dem sie sich um Fördermittel bemüht, die Anlieger beteiligt und vergleichsweise wenig aus dem eigenen Etat holt. „Bei einer Reparatur müsste die Gemeinde alles tragen“, sagt Paul. Der langjährige Vorsteher des Lehniner Stifts hält es für Luxus, die Straße komplett auszubauen. „Es geht auch einfacher und günstiger für die Menschen hier.“
Dominik Haisch ärgert es, „dass uns bis heute kein Vergleich der Varianten vorgelegt worden ist“. Er wüsste gern, wie viel die Reparatur und wie viel der Ausbau kostet. Diesen Vergleich wird es auch nicht geben, sagt jedenfalls Bürgermeister Bernd Kreykenbohm. „Dies wäre, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen.“ Aus Sicht der Verwaltung gebe es keine Alternative zum Ausbau.
Hätte die Kommune rechtzeitig gehandelt, müsste man heute nicht den Zustand der Straße beklagen. „Es ist doch bundesweit so, dass Kommunen Straßen verwahrlosen lassen“, meint Paul. Und: „Wer will dies den Kommunen verargen? Sie bekommen nur beim Ausbau Fördermittel und können die Anlieger beteiligen.“ Der Zustand sei schon lange nicht mehr reparabel, meint Kreykenbohm. „Wenn wir jetzt etwas flicken, ist es, als würden wir Zuckerguss auftragen. Nächstes Jahr müssen wir wieder ran.“ Und dies sei unter dem Strich deutlich teurer als ein Ausbau. Bevor gebaut wird, sollen die Anlieger abstimmen. In der Vergangenheit hatte sich die Gemeinde Kloster Lehnin stets an das mehrheitliche Votum gehalten. (Von Heiko Hesse)