Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

2ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Nachrichten
  3. » Ratgeber
  4. » Garten
  5. » Aus der MAZ
13.01.2010

Beitragsfunktionen:

FAUNA: Barfuß mit Daunenjacke

Vögel müssen 40 Grad Körpertemperatur halten / Eisbeine frieren nicht fest

Daunenfedern sind so fein verästelt, dass sie ein Luftpolster am Körper festhalten können. Diese Luft heizt der Vogelleib ordentlich auf. Ohne einen solchen Thermoanzug wären die meisten Vögel im Winter binnen Minuten erfroren. Schließlich müssen sie eine Körpertemperatur von 40 Grad aufrechterhalten. Gerade bei Kleinvögeln, die oft nur gut zehn Gramm wiegen, ist das eine Meisterleistung. Kein Wunder also, dass Vögel so viel Wert auf ausführliche Gefiederpflege legen.

Kuscheln ist in der Vogelwelt relativ selten, weil dadurch das wärmende Federkleid zerdrückt wird. Einige Arten tun es trotzdem – vor allem, wenn eine gemütliche Schlafhöhle zur Verfügung steht. Kuschelweltmeister ist der Gartenbaumläufer. Bis zu zwanzig Tiere drängen sich in einer Höhle zusammen.

Oben mit dickem Daunenjäckchen geschützt, stehen unsere Vögel barfuß im Schnee – und frieren trotzdem nicht fest. Der Trick: Ihre Füße sind kalt. So taut der Schnee nicht unter den Füßen, und wo kein Tauwasser entsteht, kann auch nichts festfrieren. Den Temperaturunterschied zwischen Körper und Füßen gleichen die Vögel durch ein Wärmeaustauschersystem aus.

Das Rotkehlchen ist im Winter ein geschickter Energiesparer. Es zieht beim Sitzen den Kopf ein, legt die Flügel eng an und plustert das Gefieder auf. So übersteht der kleine Körper selbst lange Winternächte mit minus 15 Grad ohne Frostbeulen.

Ganz up to date beim Wärmeschutz ist der Buntspecht in Stadtnähe. Statt in kalte, mühsam zu zimmernde Baumhöhlen einzuziehen, nutzt er modernste Wärmedämmung. Hat er erst einmal eine frisch isolierte Häuserfassade entdeckt, schlägt er oft in weniger als einer halben Stunde eine behagliche Höhle in das weiche Material. Dort verbringt er die Nacht – gut isoliert und vom menschlichen Nachbarn gratis mitgeheizt. Bei Hausbesitzern löst dieses Verhalten wegen der Bauschäden meist keine Freude aus.

Einige Vogelarten legen sich einen Nahrungsvorrat für den Winter an. So zum Beispiel der Eichelhäher. Er ist im Herbst besonders emsig und versteckt Eicheln, Bucheckern und Nüsse, meist am Fuß von Bäumen. Wird im Winter die Nahrung knapp, lebt er dann von seinen Vorräten. Er hat ein gutes Ortsgedächtnis und gräbt seine Vorräte selbst unter einer dicken Schneedecke wieder aus.

Auch der Kleiber betreibt Vorratshaltung. Unentwegt holt er sich Körnchen für Körnchen vom Futterhaus und stopft es unter Flechten in die Rinde der Bäume. Er wähnt sein Futter gut versteckt, darf sich dabei aber nicht zusehen lassen: Andere Vögel sparen sich die mühsame Vorratshaltung, indem sie einfach des Kleibers Körner verspeisen, wenn der mal nicht da ist.

Noch nicht ganz ausgereift ist die Strategie vieler Rallen (zum Beispiel Blässhuhn, Teichhuhn). Sie warten, bis ihr Heimatgewässer fast zugefroren ist. Erst kurz bevor die Vögel selbst festfrieren würden, starten sie eine hastige Wetterflucht, um ein noch offenes Gewässer zu suchen. In den Städten frieren die Gewässer glücklicherweise meist nicht ganz zu. Unter Brücken und an Einlassstellen sammeln sich neben den Rallen auch andere Wasservögel. (PI)

Kernige Kost
Aktuelle Lage: „Der Energiebedarf der Vögel ist jetzt besonders hoch", sagt Wolfgang Mädlow, Ornithologe und Landesgeschäftsführer des Naturschutzbundes (Nabu) Brandenburg. „Je kälter es wird, desto schwieriger haben sie es, Nahrung zu finden.“

Fütterung: Der Nabu rät zu Futtersäulen und Futtertrichtern, in denen Körner nachrutschen und nicht ver- schmutzen. Vor allem Meisen, aber auch Grünfink, Erlenzeisig, durchziehende Bergfinken, Zaunkönig und andere Vögel fliegen darauf. Für Amsel, Gimpel, Kernbeißer und Co. sind Futterhäuschen und Streufutter gut geeignet. Die müssen aber sauber gehalten werden, damit das Futter nicht verunreinigt wird. Zur ausgewogenen Winterfütterung gehören auch energiereiche Fett- und Weichfutter, etwa für Rotkehlchen, und Fettblöcke. Aber auch aufgespießte Äpfel, Haferflocken und Weizenkleie sind bei Weichfutterfressern wie Amsel, Zaunkönig und Rotkehlchen beliebt.

Broschüre: Wie man den Vögeln im Garten noch weiter helfen kann, steht in einer Broschüre, die beim Nabu, Lindenstraße 34, 14467 Pots- dam, gegen Einsendung von drei Euro in Briefmarken erhältlich ist. MAZ


Ihre Meinung ist gefragt!

Aktuelle Angebote aus Ihrer Region

MAZonline on Facebook

Was halten Sie von der Verkürzung des Wehrdienstes?

Abstimmung


Stimme abschicken
» Zum Ergebnis
» Alle Abstimmungen