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26.01.2010

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SOZIALAUSSCHUSS: Dienstleistungen für die Allgemeinheit

Nehemiahof stellt Idee vor

LUDWIGSFELDE - Der Vorsitzende des Wietstocker Nehemiahofes Werner Zimmermann stellte im jüngsten Sozialausschuss der Ludwigsfelder Stadtverordneten die Idee zu einem Jugendprojekt vor, auf das er in seinem Österreichurlaub stieß. In den 1930-er Jahren wurde der Ort Wörgl durch das „Geldwunder von Wörgl“ bekannt. Durch die Einführung von Regionalgeld konnte die Arbeitslosenquote in 14 Monaten von 21 auf 15 Prozent gesenkt werden. Auch das Jugendprojekt baut teilweise auf den Ideen von damals auf und entstand im Rahmen der Lokalen Agenda 21.

„In Wörgl fragte man sich, wie man die Jugendlichen sinnvoll beschäftigen kann“, so Zimmermann. So entstand das Projekt I-Motion, bei dem Jugendliche ab zwölf Jahren für öffentliche Einrichtungen, Vereine oder Privatpersonen Dienstleistungen erbringen und dafür Zeitguthaben erhalten. Eine Stunde Zeit entspricht einer Zeitwertkarte, bewertet mit 2,50 Euro. Diese können als Tauschmittel verwendet oder gesammelt und bei der Stadt gegen Einkaufsgutscheine für lokale Unternehmen umgetauscht werden.

Die Jugendlichen erhalten eine so genannte I-Motion-Card, mit der sie sich als Projektteilnehmer ausweisen, und eine Webseite informiert über die verfügbaren Arbeitsangebote. Damit werden die Nachbarschaftskontakte und soziale Einrichtungen gefördert und die lokale Wirtschaft unterstützt. Zimmermann ist sich sicher: „Jugendliche kann man nur mit Taschengeld überzeugen.“ Doch ihnen Bargeld zu geben, sieht er nicht als sinnvoll an, da er befürchtet, dass die Jugendlichen ihr Geld auch für Alkohol oder ähnlich Ungesundes ausgeben könnten.

Angelika Linke (Die Linke) fand die Idee großartig, „doch wir haben gleich so viele Wenns und Abers – das ist wohl typisch deutsch.“ Denn nicht nur Bürgermeister Frank Gerhard (SPD) befürchtet, dass dieses Projekt Konkurrenz für Unternehmen schafft. Deshalb sollen nur gemeinnützige Arbeiten, ohne wirtschaftlichen Hintergrund, von den Jugendlichen durchgeführt werden dürfen. Die sachkundige Einwohnerin Franziska Lüder sieht vor allem das Problem der Schwarzarbeit: „Da bekommt der Jugendliche Geld.“ Grundsätzlich begrüßt sie jedoch die Idee: „Ich bin ein totaler Verfechter solcher Börsen.“ Angelika Linke empfahl Zimmermann: „Machen sie die Idee bekannt, suchen sie Partner und machen sie ein Konzept.“ Werner Zimmermann versprach, das Projekt weiter zu verfolgen und die Stadtverordneten über die Entwicklung auf dem Laufenden zu halten. (mj)


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