MAZ: Haben Sie endlich die Verdichterstation verhindert?
Werner Molsner: Schön wär’s. Eine Verdichterstation für eine so lange Erdgastrasse ist schon notwendig, nur der Standort passt nicht und die vorgesehene Technik ist völlig veraltet und entspricht nicht den Klimaschutzzielen. Dass sie so nicht genehmigungsfähig ist, darauf haben wir Dr. Freytag, den Präsidenten des Landesbergamts, hingewiesen und weitere Argumente vorgebracht.
Sie scheinen sich ja gut auszukennen.
Molsner: Je mehr wir uns damit beschäftigen, desto mehr Kenntnisse eignen wir uns an. Unsere Kompetenz wächst ständig.
Und das kriegt jetzt auch das Landesbergamt zu spüren?
Molsner: Nicht erst jetzt. Aber es ist nun mal die Genehmigungsbehörde, die im Planfeststellungsverfahren darüber zu entscheiden hat.
Und der haben Sie nun gesagt, wo es mit Ihnen langgeht?
Molsner: Wir sind mit zehn Leuten da gewesen, um die Akten einzusehen, ob unsere Stellungnahmen alle vorhanden sind und es noch Unterlagen gibt, die uns nicht vorliegen. So mussten wir feststellen, dass die Wortprotokolle des Anhörungsverfahrens im Oktober unvollständig waren. Die werden jetzt ergänzt.
Wie reagierte der Landesamtspräsident auf Ihren Besuch?
Molsner: Er versprach uns, im Verfahren vorurteilslos vorzugehen und unsere neuen Argumente zu prüfen. Nur leider wurde bereits im Planfeststellungsbeschluss für den Norden Brandenburgs die Ein-Verdichter-Variante bevorzugt statt der auch für den Süden geforderten und elektrisch betriebenen Zwei-Verdichter-Lösung. So steht zu befürchten, dass dies einer Vorentscheidung für den Südabschnitt gleichkommt.
Was für neue Argumente haben Sie noch vorgebracht?
Molsner: Wir haben das von Wingas in Auftrag gegebene Brandschutzgutachten kritisiert, weil es ohne Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten verfasst wurde, also ohne Berücksichtigung der Kampfmittelbelastung. Außerdem hat inzwischen ein Treffen mit den Vertretern des Baruther Industriegebiets ergeben, dass die gar keine Abwärme von der Verdichterstation brauchen und somit das für die Genehmigung eigentlich erforderliche Wärmenutzungskonzept hinfällig ist.