POTSDAM - Die Verhandlungen um einen Sozialplan für Beschäftigte des Internetauktionshauses Ebay in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) sind ergebnislos vertagt worden. Betriebsrat und das Unternehmen hätten am Freitag vor der Einigungsstelle in Erfurt (Thüringen) bis etwa 21 Uhr vergeblich um eine Einigung gerungen, sagte Ebay-Betriebsratschef Sascha Korschofski gestern der MAZ. Nun ist für den 10. Februar eine neue Verhandlungsrunde in Berlin angesetzt.
Ebay will in Kleinmachnow 400 von insgesamt 1000 Arbeitsplätzen abbauen (MAZ berichtete). Betroffen sind der Kundendienst für europäische Länder wie Frankreich, Spanien und Italien sowie die Sicherheitsabteilung. Beide Bereiche sollen ins irische Dublin verlagert werden. In den Verhandlungen um den Sozialplan für die von der Kündigung bedrohten Beschäftigten geht es unter anderem um Abfindungen sowie um die Einrichtung einer Transfergesellschaft, in der die Beschäftigten für neue Jobs trainiert werden sollen. Der ursprünglich angestrebte Erhalt zusätzlicher Arbeitsplätze „wird schwierig werden“, räumt Korschofski ein. Das Unternehmen sei in dieser Frage bislang hart geblieben.
Ebay hatte in Kleinmachnow bereits im Jahr 2008 etwa 100 Beschäftigte entlassen. Das US-amerikanische Unternehmen, das in Brandenburg mit rund zehn Millionen Euro gefördert wurde, hat zuletzt einen kräftigen Gewinn eingefahren. Im vierten Quartal lag das Plus bei 1,4 Milliarden US-Dollar (eine Milliarde Euro). Der hohe Gewinn ist vor allem auf den Verkauf der Internettelefon-Tochter Skype zurückzuführen. (so)