BELZIG - Die Steintaler rollen später nach Belzig. Euromüde Handwerker und Kleinanleger müssen sich voraussichtlich noch bis zum kommenden Frühjahr gedulden. Der Verein für regionale Entwicklung im Fläming (Reif) hat die ursprünglich für den Januar geplante Einführung der alternativen Währung auf die wärmere Jahreszeit verschoben. Das sagte Vereinschef Lothar Hammes-Lerch der MAZ. Der Steintaler sei noch nicht am Markt.
„Der Start ist innerhalb der ersten Jahreshälfte 2010 vorgesehen“, kündigte Hammes-Lerch auf Anfrage an. Der Grund für die Verzögerung sei die geplante Zusammenarbeit mit fünf anderen Regionalwährungen in den neuen Bundesländern, erklärte der Steintaler-Aktivist. „Jetzt wollen wir das Ganze etwas größer aufziehen“, so der Vereinsvorsitzende.
So werde man beispielsweise eine gemeinsame Software zur Verwaltung der Währungen nutzen. „Die Entwicklung läuft gerade“, erläuterte Hammes-Lerch.
Eine Pleite will er die verpatzte Einführung des Regionalgeldes nicht nennen. „Im Gegenteil“, so der Gartenbauunternehmer, „das ist jetzt ein ganz neuer Anfang.“
Laut Hammes-Lerch möchte der Reif mit den fünf ostdeutschen Regio-Währungen Havelblüten (Potsdam), Urstromtaler (Magdeburg), Zschopautaler (Thüringen), sowie Elbtaler (Dresden) und Lausitzer (Cottbus) kooperieren. Die letzten beiden seien ebenfalls noch in der Entwicklungsphase, die anderen drei bereits am Markt etabliert. Wie Hammes-Lerch betonte, wolle man das Geld und deren Verbreitungsgebiete jedoch nicht miteinander vermengen. „Es soll einen totalen regionalen Bezug geben“, stellte er klar. Man wolle ja die heimische Wirtschaft stärken und keine Arbeitsplätze in Dresden fördern, so der Vereinschef. Über eine gegenseitige Verrechnung werde dennoch diskutiert.
Der Steintaler ist für Lothar Hammes-Lerch und seine rund 30 Mitstreiter nach eigenen Worten keine Konkurrenz zum Euro, sondern „eine aktive Wirtschaftsförderung auf Kreisebene“. Fördermittel gebe es nicht, wohl aber Zuspruch aus dem Wirtschaftsministerium. (Von Hermann M. Schröder)