BRIESELANG - Die Begeisterung kannte keine Grenzen: „Es war absolut geil.“ Mehr Worte fielen Mike Friedenberger nach seinem ersten aufregenden Eistauchgang im Brieselanger Nymphensee nicht ein. Auch Anja Meyer konnte vom Unterwassserspaziergang nicht genug bekommen. Drei Tauchgänge hatte sie am Wochenende unter dem zwanzig Zentimeter dicken Eis des Badesees absolviert. Auftauchen, verschnaufen, abtauchen: immer derselbe Rhythmus und immer angeleint. Denn im Winter ohne Sicherung unter eine Eisdecke zu tauchen, ist lebensgefährlich. Im Gefahrenfall konnten sich die Taucher mit der Leine schnell an die Oberfläche ziehen und auch sonst in der dunklen Tiefe nicht verloren gehen, denn die Leine führte stets zurück zum Einstiegsloch.
Um den Tauchern die Orientierung zu erleichtern, hatten die Mitglieder des Tauchklubs Brieselang/Spandau im Vorfeld den Schnee strahlenförmig vom Eintauchloch weggekehrt. Diese Lichtstreifen waren auch unter Wasser gut zu erkennen. Eine Lampe wäre unter Wasser dennoch hilfreich gewesen. „Es war aber trotzdem faszinierend“, sagte Anja Meyer. Die 41-Jährige taucht seit 20 Jahren , das Eistauchen allerdings erlebte sie zum ersten Mal. „Ich wollte einfach mal dieses Erlebnis haben. Es ist so faszinierend schön, wenn sich die Luftblasen wie Glaskugeln an der Eisdecke sammeln.“ In ihrem Trockentauchanzug, unter dem Anja Meyer mehrere wärmende Schichten trug, hatte sie zum Glück auch nicht gefroren. Lediglich das Gesicht war dem nur wenige Grad warmen Wasser ausgesetzt. „Die Kälte prickelt wie Nadelstiche, was man vor lauter Konzentration auf die ungewohnte Unterwasserwelt aber kaum bemerkt.“ Auch für Mike Friedenberger war es das erste Mal, dass er unters Eis tauchte: „Es war dunkel, aber das Wasser klar und man hatte eine weite Sicht.“
Das muss kein Widerspruch sein, denn das Licht der Taucherlampen durchdringt das Wasser. Kleine Schwebstoffe. die im Sommer das Wasser trüben, reflektieren den Schein der Lampe. Und so kann man tatsächlich ungewöhnlich weit die Welt unter der Eisfläche bestaunen. Im Nymphensee waren das vor allem viele kleine Fische und Algen. (Von Werner Schmidt)