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03.02.2010

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AUSSTELLUNG: Jakobs hofft weiter auf Bollhagen

Oberbürgermeister trifft sich mit Verantwortlichen für Keramikmuseum zum Gespräch

Oberbürgermeister Jann Jakobs hofft noch auf ein Hedwig-Bollhagen-Museum in der Landeshauptstadt – trotz der Berichte der letzten Tage, nach denen das Museum in Velten (Oberhavel) eingerichtet wird. „Wir haben schon viele Vorleistungen erbracht, stellen kostenlos ein Haus zur Verfügung, wir würden das Museum bezuschussen“, führte Jakobs die Argumente an, die für einen Standort in der Landeshauptstadt sprechen. Er räumte zudem ein, „sehr irritiert“ gewesen zu sein, dass die zuständigen Stellen mit Velten verhandeln: „Das ist ganz schlechter Stil.“

Die Verantwortlichen würden nun noch im Februar zu einem Termin ins Rathaus kommen, von dem sich Jakobs schließlich Klarheit in der Standortfrage erhofft. „Wir wollen sie natürlich überzeugen, dass wir den besten Standort haben“, sagte er. Wäre es nach seinen Wünschen gegangen, hätte das Museum schon 2009 eröffnet – doch die Erben hatten um Verhandlungsunterbrechung gebeten, um noch einmal länger nachzudenken. Die seit Jahren geplante Dauerausstellung über Leben und Werk der Keramik-Künstlerin Hedwig Bollhagen (1907–2001) sollte ins Museumshaus „Zum güldenen Arm“ in der Hermann-Elflein-Straße kommen.

Ausgelöst durch einen Fernseh-Beitrag gab es Anfang 2008 eine Diskussion darüber, inwieweit Hedwig Bollhagen bewusste Nutznießerin der „Arisierung“ der Werkstätten von jüdischen Eigentümern war. Die Stadt hatte daraufhin eine Studie beim Zentrum für zeithistorische Forschung (ZFF) in Auftrag gegeben. Sie kam zu dem Schluss, dass Hedwig Bollhagen weder Anhängerin noch Förderin des Nationalsozialismus war, aber von den antijüdischen Bedingungen ihrer Zeit wirtschaftlich profitierte. Die Stadt stimmte daher für die Dauerausstellung, wollte sie aber um ein Kapitel über ihre Zeit nach 1933 ergänzen. Doch es war dann zu den Verzögerungen gekommen. Bollhagen-Stiftung und Bollhagen-Gesellschaft bestritten jedoch, dass die Studienergebnisse oder auch nur der Auftrag zur Untersuchung die Ursache für die Verhandlungsunterbrechung waren.

Stattdessen nannten sie im Frühjahr 2009 die noch ungeklärten Rechte und Pflichten der drei beteiligten Partner an den Verhandlungen als Grund für die Verzögerungen. Die Diskussion darüber sei in den Gremien der Stadt Potsdam, der Bollhagen-Stiftung und -Gesellschaft nicht abgeschlossen. „Es ist noch keine Struktur gefunden, die das Museum nachhaltig trägt“, lautete damals die Auskunft. So lange es keine langfristige und sichere Basis dafür gebe, werde man die Dauerschau nicht starten. Von parallelen Verhandlungen mit dem Ofen- und Keramikmuseum Velten war nicht die Rede.

Der Nachlass Bollhagens wurde 2004 vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalschutz als bewegliches Denkmal in die Denkmalliste aufgenommen. Für den Nachlass errichteten die Erben die Hedwig Bollhagen-Stiftung in der Obhut der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Er sollte ursprünglich ab dem Sommer 2008 dauerhaft in Potsdam gezeigt werden. (Von Jan Bosschaart)


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In diesem Forum gibt es 1 Eintrag

» benni | 04.02.2010, 02:39

Unbeschwert und belastet zu gleich !


Eine nicht ungewöhnliche deutsche Geschichte - am Beispiel der Person von Hedwig Bollhagen: eine große Künstlerin, weit über das Land Brandenburg hinaus jnternational anerkannt und nicht ohne Flecken aus der jüngeren NS- Geschichte unseres Vaterlandes.
Es wäre gut und mindestens ein kulturpolitischer Bildungsauftrag mittel-europäischer Dimension wie zugleich ein Zeichen von Souverän-ität im offenen Umgang mit der Vergangenheit , den biographischen Werdegang einer ungewöhnlich erfolgreichen Karriere in allen Facetten in einem Potsdamer Museum zu präsentieren.
Velten bleiben ohnehin die Öfen als authentische und originale Zeugen an ehemaliger Wirkungs-stätte als Ausstellungsobjekte.
Bleibt zu hoffen, daß die Erben diese einmalige Chance verstehen
und mit Potsdam endlich kooperieren.
Jörn Dargel, Stadtplaner , Potsdam

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