GROSS MARZEHNS - Nach der Kollision von zwei Lastwagen war die A 9 nach Berlin gestern Vormittag für mehrere Stunden blockiert. Offenbar mit zu hoher Geschwindigkeit war ein Daimler-Chrysler gegen 8 Uhr zwischen den Anschlussstellen Groß Marzehns und Niemegk unterwegs und außer Kontrolle geraten. Es stellte sich quer über alle Spuren. Der nachfolgende russische Brummi-Pilot konnte den Zusammenprall nicht mehr verhindern. Der 50-Jährige kam mit dem Schrecken davon, sein 44-jähriger Kollege davor zog sich Schürfwunden zu. Insgesamt 15 Unfälle mit zwei leicht verletzten Personen wurden gestern bis 8.15 Uhr auf der A 9 und A 10 registriert, teilte die Autobahnpolizei Michendorf mit. Am Dienstag hatte sich allein zwischen Beelitz und Groß Marzehns auf beiden Richtungsfahrbahnen rund ein Dutzend Unfälle mit einer Hand voll Lastwagen ereignet.
„Das liegt ausschließlich an der den Witterungsbedingungen nicht angepassten Fahrweise“, sagt Hans-Joachim Bastian. Der Chef der Autobahnmeisterei Niemegk lässt sich die Ereignisse auf der Piste nicht zum Vorwurf machen. Er berichtet, dass seine Kollegen auf sechs Räum- und Streufahrzeugen, plus zwei Unimogs, seit 28. Dezember rund um die Uhr im Einsatz sind. „Die Kraftfahrer werden daran erinnert, dass es vier Jahreszeiten gibt und die Gesetze der Physik selbst im Flachland wirken“, sagt er. „Den Schnee wegfangen, bevor er auf der Straße liegt, können wir nicht.“
Bundes- und Landesstraßen sind – nicht zuletzt für den Umleitungsverkehr – passierbar, versichert Wilfried Müller von der Straßenmeisterei Belzig. Nachdem seine Truppe ab Dienstagnachmittag gegen Neuschnee und Verwehungen gekämpft hat, muss sie nun mit Taumittel und Salz wider die Bildung von Blitzeis vorgehen. „Es ist gefährlicher als eine weiße Fahrbahn vor der jeder Kraftfahrer von sich aus Respekt mitbringt“, bestätigt er. R. G.