POTSDAM / AM SCHLAATZ - „Mode verbindet“, dessen ist sich Friedrich Reinsch sicher. Deshalb unter stützt der Leiter des Hauses der Generationen im Milanhorst das neue Projekt des Internationalen Centers für Deutsche und Immigranten (ICDI) gerne.
Ab kommender Woche sollen Kleider in dem Raum entstehen, in dem Reinsch und Charity Esther Okezie vom ICDI-Vorstand das Konzept gestern vorstellten. Okezie will per Nähmaschine im Kleinen verknüpfen, was die rund 200 Männer, Frauen und Kinder aus Afrika, die unter der Woche ins Haus der Begegnungen kommen, jeden Tag im Großen zusammenbringen müssen: die afrikanische und die europäische Kultur. „Nähen hat in Afrika eine besondere Bedeutung“, sagt Okezie, vieles werde noch per Hand gefertigt, weil es nur wenige fabrikgefertigte Kleider gebe. Die 40-Jährige kann zwar selbst nicht nähen, kennt aber viele Frauen, die wie sie aus Nigeria kommen, die sogar eine entsprechende Ausbildung absolviert haben. „Diese Fähigkeiten wollen wir fördern“, erklärt Reinsch, „mit dem Ziel, die ethnische Ökonomie im Stadtteil anzusiedeln.“ Er hofft, dass die geplanten Kurse so manchem Talent helfen können, auch beruflich wieder Fuß zu fassen. „Wir werden auch den Weg in die Selbstständigkeit unterstützen.“
Rund 100 000 Euro Förderung ist dem ICDI vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für das drei Jahre umfassende Rahmenprojekt zugewiesen worden. Neben Nähkursen sollen dabei auch andere Workshops regelmäßig durchgeführt werden, die bisher nur „versuchsweise“ angeboten wurden, wie Joachim Kliemann sagte, der Okezie beim ICDI unterstützt.
Dazu zählt eine Theatergruppe, eine „Frauenrunde“, Kochkurse, Trommelworkshops und das „Integrationsforum“, bei dem Potsdamer mit Migrationshintergrund mit Politikern diskutieren dürfen sollen. Alle Veranstaltungen richten sich ausdrücklich an alle Potsdamer – mit oder ohne Nähtalent.
www.icdi-ev.de (Von Eva-Maria Träger)