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05.02.2010

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FUSSBALL: Vom Ku’damm nach Ludwigsfelde

Maurice Göldner, der Sohn von Playboy-Legende Rolf Eden, heuert beim Ludwigsfelder FC an

LUDWIGSFELDE - Ein Spaziergang über den Kurfürstendamm oder eine Spritztour in der Nobelkarosse modellieren das Besondere heraus. „Wenn ich mit meinem Vater über den Ku’damm gehe oder im Rolls Royce fahre und uns plötzlich wildfremde Menschen zuwinken“, sagt Maurice Göldner (20), „dann merke ich natürlich, dass mein Vater prominent ist.“ Genauer gesagt ist Rolf Eden ziemlich prominent. Der Mann, der am Samstag 80 Jahre alt wird, ist eine Berliner Playboy-Legende. Nicht verheiratet, sieben Kinder. 30 000 Euro Unterhalt zahlt er im Monat, sagte er kürzlich der „Süddeutschen“. Sein Geld verdiente Eden mit Nachtclubs und Immobilien.

Sohn Maurice Göldner hat sich einem anderen Geschäft verschrieben. Er spielt Fußball. Kürzlich hat er beim Oberligisten Ludwigsfelder FC angeheuert. Der Torwart wird wohl zwischen der ersten und zweiten Mannschaft (Landesliga) rotieren. „Er ist sehr fleißig und ehrgeizig“, attestiert Volker Löbenberg, der Trainer des Oberligateams. „Aber beide Reservetorhüter stehen im Schatten von Stammkeeper Alexander Schostock, der für mich einer der Besten der Oberliga ist.“

Freilich steht Göldner auch im Schatten seines Vaters. Eden ist sozusagen der Franz Beckenbauer der Playboys, der erst vor kurzem in einer Talkshow wieder den nimmermüden Playboy gab. Eden ist berühmt – für manche Frauenrechtlerin sogar berüchtigt. Suchmaschinen spucken eine satte vierstellige Frauenquote aus, sowie Berichte über den „letzten seiner Art“, was Feministinnen erleichtern und andere in eine gewisse Melancholie versetzen dürfte.

„Die Fragen zu meinem Vater nerven mich nicht“, sagt Göldner, der demnächst eine Ausbildung zum kaufmännischen Assistenten starten will und vom BFC Preussen Berlin zum Fünftligisten nach Ludwigsfelde wechselte. Vorher spielte er unter anderem beim Berliner SC und beim BFC Viktoria. „Ich habe keine Perspektive mehr bei meinem alten Verein gesehen.“ Natürlich würde er gerne mal im Oberliga-Tor stehen. „Ich will mich weiter verbessern und dazu sind die Möglichkeiten beim LFC sehr gut.“

Wie es so ist, Sohn eines Prominenten zu sein? „Irgendwann ist das ganz normal“, sagt Göldner, „man merkt das gar nicht mehr. Er ist ein guter Vater, er ist für uns Kinder immer da, wenn wir ihn brauchen.“

Natürlich, so LFC-Kapitän Patrick Leutloff, habe es am Anfang Sprüche über Göldners Geschichte gegeben. „Das ist doch ganz normal, jeder bekommt am Anfang sein Fett weg, aber das hat in den vergangenen Wochen schlagartig nachgelassen.“

Es könnte wieder zunehmen, wenn Eden demnächst im Waldstadion aufkreuzen sollte. Wird er mit LFC-Defensivmann und Diskothekenbetreiber Heiko Bengs über Kniffe im umkämpften Geschäft nach 23 Uhr plaudern? „Es ist möglich“, vermutet Göldner, „dass er vielleicht mal zu einem Spiel ins Waldstadion kommt.“

Kann Eden dem chronisch klammen LFC sogar mit einer Finanzspritze helfen? „Das wäre keine so gute Idee“, sagt Göldner. Irgendwann hat er dann doch genug zum Thema Vater-Sohn. „Sie wollen doch was von mir wissen und schreiben“, sagt er höflich, aber bestimmt, „und nicht von meinem Vater.“ (Von Lars Sittig)


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