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05.02.2010/ 10:21

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Kreuzfahrtexperte: Auch 2010 rollt die Rabattwelle

Hamburg (dpa/tmn) - Kreuzfahrturlauber dürfen auch in diesem Jahr auf eine Rabattwelle hoffen. Wer über die Buchung einer Hochseereise nachdenkt, sollte den Markt genau beobachten und auf fallende Preise warten.

"Das ist nicht unbedingt im Interesse der Anbieter", erklärte der Kreuzfahrtexperte Helge H. Grammerstorf vom Beratungsunternehmen SeaConsult in Hamburg in einem Gespräch mit dem dpa-Themendienst. Ein solches Verhalten sei aber "für den Verbraucher im Moment nicht unvernünftig". Der Hintergrund seien die wachsenden Bettenkapazitäten der Reedereien und der bei Reisen insgesamt zu beobachtende Trend zu kurzfristigen Buchungen.

Nach Grammerstorfs Einschätzung könnte sich 2010 eine ähnliche Buchungsentwicklung ergeben wie im vergangenen Jahr. 2009 habe die Kreuzfahrtbranche am Anfang des Jahres gesehen, "dass die Buchungen relativ schwach waren. Dann hat man relativ früh im Jahr angefangen zu versuchen, mit Discounts die Schiffe zu füllen." Etwa im Mai 2009 hätten die Seereisenbuchungen dann wieder zugenommen. Allerdings seien die Reedereien unterschiedlich vorgegangen: Einige hätten nur sehr wenige Preisaktionen gemacht, andere dagegen die Preise im zweistelligen Prozentbereich reduziert.

Dass sich nun die gleiche Situation wieder ergeben könnte, hat nach Ansicht des Experten auch damit zu tun, dass Kabinen auf den Kreuzfahrtschiffen kein knappes Gut mehr sind. "Die Leute haben gelernt: Ihr Wunschangebot ist oft auch spät immer noch verfügbar", sagte Grammerstorf. Die Zeiten seien vorbei, in denen den Gästen gesagt werden konnte, dass sie auf jeden Fall früh buchen müssen, wenn sie eine bestimmte Kabinenkategorie auf einer bestimmten Route haben wollen. "Nun ist vieles auch kurzfristig buchbar, und das Angebot wird noch größer durch die neuen Schiffe."

Als Beispiel nannte Grammerstorf die Routenführung vieler Reedereien im Mittelmeer: "Dort ist es so, dass sich in den Häfen die gleichen Schiffe immer wieder treffen. Die fahren tatsächlich fast nebeneinander her." Bei der Küche und der Ausstattung an Bord seien die Unterschiede ebenfalls oft nicht so groß. Dies führe dazu, dass der Kunde flexibel entscheidet - auch nach dem Preis eines Törns. Dass die Kreuzfahrtpreise in den kommenden Monaten besonders stark nachgeben, hält Grammerstorf allerdings nicht für wahrscheinlich: Wegen der hohen Betriebskosten ihrer Schiffe könnten die Reedereien "nicht unbegrenzt die Preise senken".

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