BRÜCK - Als am Samstagnachmittag um 15.40 Uhr der Notruf bei der Brücker Feuerwehr einging, konnte noch keiner ahnen, dass am nächsten Vormittag immer noch Feuerwehrkameraden mit den Löscharbeiten beschäftigt sein würden.
In der Brücker Bahnhofstraße 58 geriet der Dachstuhl in Brand. Das Haus war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bewohnt. Den Tag nutzten die ehemaligen Bewohner für handwerkliche Arbeiten im Gebäude. Unter anderem wurde gelötet. „Es besteht der Verdacht, dass diese Arbeiten den Brand ausgelöst haben“, erklärte Amtswehrführer Uwe Paul.
Der Dachboden und der Dachstuhl des zweistöckigen Steinhauses standen sofort in Flammen. Die alarmierten Wehren aus Brück, Gömnigk, Linthe, Borkheide, Belzig, Golzow und Beelitz waren mit insgesamt 42 Kameraden und unter anderem zwei Drehleiterfahrzeugen sowie mehreren Tanklöschzügen vor Ort. Sie verhinderten das Übergreifen des Feuers auf die benachbarten Gebäude. Auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Manfred Neumann war zur Unglücksstelle geeilt.
Die unübersichtliche Deckenkonstruktion hat die Arbeiten am Brandhaus selbst jedoch stark erschwert. Nach Aussagen von Uwe Paul, der gemeinsam mit Jan Stuwe und Carsten Wendt den Einsatz leitete, bestand die Decke aus mehreren Schichten. Unter anderem aus Stroh und Dachpappe. Dies führte immer wieder zum Auflodern der Flammen. Die Kameraden konnten das Feuer nur über Drehleitern bekämpfen. Der Dachstuhl brannte völlig aus. Das Feuer griff auch auf das erste Stockwerk über. Der Rest des Hauses erlitt einen immensen Wasserschaden. Gegen 6 Uhr morgens wurden weitere Einsatzkräfte angefordert. So kamen unter anderem die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Cammer zum Einsatz.
Um diese Zeit loderte es vereinzelt immer noch. Erst am frühen Sonntagvormittag war der Einsatz beendet.
Über die Höhe des Schadens indessen wollte vor Ort niemand spekulieren. Allerdings ist es bis auf weiteres unbewohnbar.
„Im Namen aller Kameraden möchte ich mich bei den Anwohnern, ganz speziell bei den Familien Stacker und Schimanowski, für die Unterstützung bedanken“, sagte Uwe Paul. „Sie versorgten die Kameraden mit Stullen und heißen Getränken“, berichtete der Amtswehrführer.
Bei dem mehrstündigen Einsatz bei eisigen Temperaturen war die Solidarität der Anwohner für alle Floriansjünger eine willkommene Wohltat. Über den gesamten Zeitraum war die Bahnhofsstraße für den Verkehr gesperrt. (Von Andreas Koska)