Der Ausgang am Samstag ist nur eine Galgenfrist für Ziesars Kultur- und Heimatverein. Ob in den nächsten Wochen neue Mitstreiter gewonnen werden, die sich gleich den Hut aufsetzen, ist unwahrscheinlich. Zumal der alte Vorstand in Persona von Bernd Franz, Fred Paul, Helga Schürrle und Marita Greinke rechtzeitig angekündigt hatte, ins zweite Glied zu treten. Sie sind seit Jahren dabei und berufstätig. Franz beschreibt es so: „Jeder will auf der Reservebank sitzen und andere sollen das Spiel machen, doch die Spielführer sind müde geworden.“ Dass sich von 69 Mitgliedern kein vierter Mann (oder Frau) für den neuen Vorstand gefunden hat, ist traurig. Gleichzeitig macht dies das Dilemma deutlich: Der Verein ist schlichtweg überaltert. Was zur Folge hat, dass die Arbeit auf wenigen Schultern liegt. Dem ältesten Mitglied, der im August 91-jährig verstorbenen ehemaligen Lehrerin Margarete Post, wurde Samstag mit einer Schweigeminute gedacht. Mag sein, dass eine Satzungsänderung der rettende Strohhalm ist, doch für wie lange? Feuerwehr hin, Sport her. Man muss sich fragen, ist man attraktiv genug, um junge Leute zu begeistern? Ein Problem, dass auch andere Heimatvereine haben. Wenn jetzt kein Ruck durch die Reihen geht, stirbt ein traditionsreicher Verein.