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09.02.2010

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WOHNEN: Keine Lösung für Familie Sauer

KWR-Chef: Möglichkeiten erschöpft

RATHENOW - Für Familie Sauer, die in der Steinstr. 4 wohnt, gibt es noch immer keine Lösung. Wie im Beitrag „Schimmel in allen Zimmern“ vom 21. Januar zu lesen war, ist die Feuchtigkeit in ihrer KWR-Wohnung so hoch, dass sich in großem Umfang Schimmel gebildet hat. Weil ihr Wohnblock in Rathenow-Ost abgerissen wird, waren Gerd und Lieselotte Sauer (beide 72 Jahre) im Dezember in die Steinstraße umgezogen.

Wie Gerd Sauer dieser Zeitung jetzt mitgeteilt hat, soll es in der Wohnung auch schon beim Vormieter Schimmel gegeben haben. „Man hat uns in diese Wohnung bewusst reingenommen“, sagt er, „man will sie mit unserer Hilfe trocken legen.“ Seine Frau und er hätten gelüftet und geheizt, doch der Schimmel werde immer mehr. Die Sauers lassen Handwerker, die den Schimmel beseitigen sollen, nicht in ihre Wohnung, weil sie den Dreck nicht wollen. Sie möchten so bald wie möglich ausziehen. Die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) habe ihm bislang vier neue Wohnungen angeboten, teilt Gerd Sauer mit. Bei einer stimmte die Lage nicht, zwei waren zu klein und die vierte zu groß. „Sollte nicht bald von der KWR Hilfe kommen“, kündigt er an, „werden wir eine Klage beantragen wegen vorsätzlicher Irreführung zum Nachteil des Mieters.“

„Vor der Familie Sauer hatten wir kein Schimmelproblem in dieser Wohnung“, sagt KWR-Geschäftsführer Hartmut Fellenberg. Dann teilt er mit, im Herbst 2007 habe der Vormieter im Bad und in der Küche jeweils eine handflächengroße Schimmelfläche angezeigt. Diese seien fachgerecht beseitigt worden, seitdem habe es keine Schimmelprobleme in der Wohnung gegeben. Auch im Fall der Familie Sauer, sagt Hartmut Fellenberg, habe er eine Fachfirma mit der Schimmelbeseitigung beauftragt. Doch bei dreimaligem Vorsprechen der Handwerker an unterschiedlichen Tagen seien diese von den Mietern nicht eingelassen worden.

Um klare Daten zu haben, hatte die KWR eine Woche lang in den Räumen der Sauer’schen Wohnung Temperatur und Luftfeuchtigkeit gemessen. Als ausreichend geheizt und häufig gelüftet worden sei, fasst Fellenberg zusammen, habe die Luftfeuchtigkeit deutlich nachgelassen. Bei den dadurch erreichten Werten sei Schimmelbildung sehr unwahrscheinlich. Der KWR-Chef meint: „Es ist offensichtlich, dass es am Nutzerverhalten liegt.“ Es werde nicht genug geheizt und gelüftet. Familie Sauer habe sogar abgelehnt, einen Luftentfeuchter aufzustellen, teilt Fellenberg mit. Er habe dem Ehepaar nunmehr die fünfte Wohnung angeboten: „Damit sind meine Möglichkeiten erschöpft.“ Fänden die Sauers einen anderen Vermieter, von dem sie eine Wohnung nehmen würden, stehe ihnen die KWR nicht im Weg. (B.G.)


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