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09.02.2010

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FÖRDERVEREIN: Heimatmuseum ohne Heimat

Mitglieder suchen weiter nach einem geeigneten Standort / Noch keine Hilfe von der Politik

RATHENOW - Wer ein Museum will, muss etwas haben, was er darin zeigen will. Umgekehrt gilt das Gleiche: Die schönste Ausstellung ist für die Katz, wenn es keine Räume gibt, in denen sie präsentiert werden kann.

Auf der inhaltlichen Ebene ist der Förderverein für ein Heimatmuseum in Rathenow bereits ein gutes Stück vorwärts gekommen: „Jetzt beginnt die konkrete Arbeit. Wir haben verschiedene Gruppen gebildet, die zu verschiedenen Themen forschen“, sagt der Vorsitzende des Geschichtsvereins, Peter Dietze. Unter anderen soll die Geschichte der Feuerwehr, der Industrieunternehmen, der Zietenhusaren und von berühmten Persönlichkeiten der Stadt aufgearbeitet werden. Seit einem guten halben Jahr sind die Vereinsmitglieder auch eifrig dabei, Urkunden, Fotos und Haushaltsgegenstände vergangener Zeiten zu sammeln. Material für eine Ausstellung wird also (bald) reichlich vorhanden sein.

Was immer noch fehlt, sind die Räumlichkeiten für ein künftiges Museum. In der Vergangenheit hat es zwar immer wieder Gespräche mit der Stadt gegeben, wie diese den Verein unterstützen könnte, ohne verwertbare Ergebnisse allerdings. „Wir können uns verschiedene Lösungen vorstellen“, sagt Dietze: Ein dauerhafter Standort des Heimatmuseums könnte ein leer stehendes Haus in der Kleinen Kirchstraße sein. Der Standort inmitten der Altstadt von Rathenow sei ideal. Auch könnte man in den verschiedenen Räumen gut unterschiedliche thematische Schwerpunkte setzen, so der Vereinsvorsitzende. Ein Problem ist allerdings, dass der Altbau nicht behindertengerecht umgebaut werden kann.

Selbst finanzieren könnte der Verein Kauf und Umbau des Hauses ohnehin nicht. „Um das Museum zu realisieren, sind wir unbedingt auf die Unterstützung der Stadt angewiesen“, sagt Dietze. Das gilt – zumindest momentan – nicht nur für das Haus in der Kirchstraße, sondern auch für Räume im ehemaligen Offiziers-Casino. Vor einigen Tagen hatte Hans-Jürgen Lemle die Ruine als Alternativstandort genannt. „Auch mit dem Casino könnten wir uns als Museumssitz anfreunden“, sagt Dietze.

Das wichtigste Ziel des Vereins ist es, in absehbarer Zeit überhaupt irgendeinen Ort zu finden, an dem er sich und sein Anliegen präsentieren kann. „Bislang arbeiten wir noch ziemlich im Verborgenen“, sagt Peter Dietze. Entsprechend schwierig sei es, weiter (finanzielle) Unterstützer zu finden. „Was wir brauchen, ist ein Schaufenster, in dem wir uns präsentieren können“, sagt der Vorsitzende.

Das mit dem Schaufenster ist durchaus wörtlich gemeint. Ein leer stehendes Ladenlokal mit großen Fenstern in guter Lage wäre ideal als erste Anlaufstelle für den Museumsverein. Im Schaufenster könnten Infotafeln platziert werden, und ab und zu könnte man mit Vorträgen oder Dia-Abenden ein breiteres Publikum ansprechen. Auch in diese Richtung wurden schon Gespräche zwischen Stadt, KWR und Verein geführt. „So eine vorübergehende Nutzung für einen symbolischen Preis vielleicht von 100 Euro ist auch kurzfristig möglich“, sagt KWR-Chef Hartmut Fellenberg. Auch für diese Lösung müsste die Stadt allerdings dem Verein unter die Arme greifen.

Weitere Informationen zum Förderverein unter 03385/52 03 91. Der Verein hat auch ein Spendenkonto eingerichtet: Kontonummer: 1081128, Bankleitzahl: 16091984 bei der Volksbank Rathenow. (Von Ralf Stork)


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