Peter Stein.
MAZ: Die Mannschaft hat am Sonnabend mit 1:3 in Dresden verloren. War da mehr drin?
Sandra Landvoigt: Ja, irgendwie haben wir die Chance nicht richtig genutzt. Dresden war nach der langen Reise zum Challenge Cup nach Sibirien tatsächlich etwas müde. Nach dem tollen zweiten Satz hätten wir so weitermachen müssen. Uns fehlte die Konstanz über mehrere Sätze. Vielleicht waren auch einige von uns von der Stimmung in der Halle mit 1400 Zuschauern beeindruckt. Dresden hat sein Ding durchgezogen.
Trotzdem, mit acht Punkten und Rang zehn kann sich die Hinrundenbilanz sehen lassen. Wie schätzen Sie das bisherige Abschneiden ein?
Landvoigt: Wir sind sehr zufrieden damit, wo wir jetzt stehen. Gegen Köpenick, Aachen und eventuell gegen Wiesbaden war sogar der eine oder andere Sieg mehr drin.
Die Erfolge gelangen alle zu Hause. Warum war auswärts bisher nichts zu holen?
Landvoigt: Das ist ein wenig paradox. Denn viele haben uns bescheinigt, dass wir auswärts sogar besser spielen, weil wir uns zu Hause zu sehr unter Druck setzen und dann verkrampfen. Die vier Mannschaften, die hinter uns stehen, hatten wir alle daheim. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass wir in der Rückrunde auch in fremden Hallen punkten.
Die erste Gelegenheit dazu wäre gleich am Mittwoch in Sinsheim beim unmittelbaren Verfolger. Da bleibt kaum Zeit zur Vorbereitung – oder?
Landvoigt: Wir haben uns darauf eingestellt, dass es gleich weiter geht. Wir haben schon am Sonnabend nach dem Spiel in Dresden mit der Vorbereitung angefangen, sind dort länger als sonst ausgelaufen, haben Dehnübungen gemacht. Am Sonntag folgten Saunagänge zur Entspannung. Das Krafttraining wurde auf Montag vorverlegt. Am Dienstag reisen wir bereits nach Sinsheim, wo wir am Mittwochvormittag noch einmal trainieren.
Wie schätzen Sie Sinsheim ein?
Landvoigt: Die Mannschaft wird sich stärker präsentieren als zum Bundesligastart. Deshalb wird es schwerer als im Hinspiel für uns. Wir brauchen wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung.
Reichen denn acht Punkte schon zum Klassenerhalt?
Landvoigt: Das ist ein gutes Polster. Jetzt können wir lockerer aufspielen. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass das schon der sichere Klassenerhalt ist. Wenngleich Lohhof noch bei null Punkten steht und derzeit als Absteiger in Frage kommt. Wir wollen auch in der Rückrunde mindestens vier Spiele gewinnen und mal eine Spitzenmannschaft schlagen. Gegen Köpenick wollen wir uns zu Hause unbedingt revanchieren. Unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz.
Der Schwachpunkt im Potsdamer Spiel scheint die Annahme zu sein. Woran liegt das?
Landvoigt: Wir haben super Annahmespielerinnen. Das ist oft eine Kopffrage. Im Training klappt das viel besser, im Wettkampf geht es dann zu sehr auf und ab.
Wie gefällt Ihnen die Stimmung in der heimischen Sporthalle?
Landvoigt: 500 Zuschauer sind toll, mehr gehen ja kaum rein. Das Publikum sorgt für eine prima Stimmung, ist aber auch sehr anspruchsvoll. In unserem Gästebuch bekommen wir eine gute Resonanz und viel Zuspruch. Es macht Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen.