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09.02.2010

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FUSSBALL: Weiblein trifft auf Männlein

Frauen von Turbine Potsdam spielen auch gegen Männerteams / Jarno Hannig verliert Duell gegen Desirée Schumann

Bornims Stürmer Jarno Hannig läuft allein aufs Tor zu. Der 34-Jährige hat nur noch den Torhüter vor sich. Im gegnerischen Kasten steht die Nummer eins der Bundesliga-Frauen vom 1. FFC Turbine Potsdam: Desirée Schumann. Hannig kann die Großchance wieder nicht nutzen. Schon zuvor hatte er eine gute Möglichkeiten vergeben.

An ein Duell „Frau gegen Mann“ war vor zwei Jahren noch nicht zu denken. „Der DFB schob einen Riegel vor“, erklärt Bernd Schröder, Trainer der Turbinen. „Wir waren froh, dass die Regel geändert wurde.“ Denn einen echten Kontrahenten für Vorbereitungsspiele gibt es in der Region für den deutsche Meister nicht wirklich. „Gegen Männer-Mannschaften aus der Kreisliga bis hin zur Landesliga können wir mithalten. Diese Spieler sind taktisch so geschult, dass uns der Test was bringt“, meint Schröder weiter. Dass seine Damen körperlich unterlegen sind, stört den Potsdamer Coach wenig. „Klar springen die Männer bei Standards höher und gewinnen die Zweikämpfe. Doch damit können wir leben. Uns ist wichtig, dass die Mädels gefordert werden und auch Gegenwehr spüren.“ Genau deshalb trafen die Turbine-Damen in dieser Winter-Vorbereitung gleich auf zwei Männerteams: SG Bornim (4:1) und SG Saarmund (2:3).

„Das war schon deprimierend, gegen Frauen zu verlieren“, sagt der Bornimer Jarno Hannig. „Technisch und taktisch waren die Potsdamerinnen schon besser. Doch wir konnten diesmal unseren körperlichen Vorteil nicht nutzten.“ Hannig, der schon einmal ein Trainingsspiel gegen die Turbinen gewann, hatte es selbst in der Hand, dass Ergebnis freundlicher zu gestalten. Der Bornimer Stürmer kam jedoch nicht an Desirée Schumann vorbei. Die beiden kennen sich. „Wir haben gemeinsam Silvester gefeiert“, klärt Schumann auf. „Nach dem Spiel haben wir noch kurz gesprochen. Ich habe ihm aus Spaß gesagt, dass er ruhig eine Chance hätte nutzen können.“ Die Torhüterin merkt auch, dass die Männer „motivierter ins Spiel gegen Frauen gehen“. Doch „unfair wird es nie. Sie gehen nicht übertrieben in den Zweikampf“, so Schumann.

Für Turbine-Trainer Bernd Schröder ist deshalb klar, dass es weitere Testspiele gegen Männerteams geben wird. „Das bringt uns weiter. Vom Tempo her, vom Taktischen her“, so Schröder, der den fairen Umgang lobt. „Die Spielweise der Männer ist schon eine andere als bei Frauen. Trotzdem versuchen die Jungs, auf uns einzugehen und ihre automatischen Bewegungsabläufe zu verändern.“ Wichtig ist ihm, dass „beide Seiten Spaß haben“.

Ob Jarno Hannig wirklich so viel Spaß hatte, wollte der Bornimer nicht verraten. Noch lange nach dem Spiel hatte er an der Niederlage gegen die Damen zu knabbern. „Die Welt wird deshalb nicht untergehen“, grummelt er. „Trotzdem ist man irgendwie gekränkt.“ Hannig schaut nun auf die nächsten Aufgaben. Bornim peilt den Aufstieg in die Landesklasse an. „Vielleicht klappt es diesmal. Seit vielen Jahren spielen wir oben mit, schaffen den Sprung aber nicht.“ Er hofft, dass es ein Wiedersehen mit den Damen gibt. Dann will er „definitiv treffen“. (Von Sebastian Morgner)


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