FALKENSEE - Ein Morgen, wie jeder andere, so scheint es auf den ersten Blick. Montag, 10 Uhr im Falkenseer Rathaus. Marlies Wutta, Sachbearbeiterin im Personalamt, sitzt an ihrem Schreibtisch. Sie räumt ihre Sachen zusammen. Dieser Arbeitstag wird kurz sein, denn heute legt Marlies Wutta ihre Arbeit nieder. Gemeinsam mit 18 Kollegen aus der Stadtverwaltung und aus Kindertagesstätten fährt sie nach Potsdam. Der Betrieb im Rathaus läuft trotzden weiter. Montags gibt es keine Sprechstunden, lediglich die Kita „Schwalbennest“ in der Jenaer Straße bleibt geschlossen.
Die Frauen und Männer wolen ein insgesamt fünf Prozent schweres Gesamtpaket für den öffentlichen Dienst durchsetzen. Dabei geht es aber nicht nur um mehr Geld im Portmonee der Angestellten. Der öffentliche Dienst steckt in der Krise, sagt Jan Jurzcyk. Pro Jahr fallen etwa 50 000 Stellen weg, das Durchschnittsalter der Angestellten liegt bei etwa Mitte vierzig, so der Pressesprecher der Gewerkschaft Verdi. Auch die Altersteilzeitregelungen oder die Übernahme von Auszubildenden für 24 Monate nach ihrem Abschluss müssten demnach verhandelt werden.
Die Alten dürfen nicht gehen, für die Jungen gibt es keine Arbeit – das sei ein grundlegendes Problem des öffentlichen Dienstes, wie auch Marlies Wutta bestätigt. Besonders wichtig sei deshalb die Übernahme der Azubis. Dann könnten diese Berufspraxis sammeln und hätten größere Chancen auf eine längerfristige Beschäftigung in der Verwaltung. Im Gegenzug könnte auch die Altersteilzeit ohne Personalengpässe realisiert werden. „Wir wollen an den Altersteilzeittarifvertrag anknüpfen, der bis Ende 2009 gültig war,“ sagt Jurzcyk. Denn „Erzieherinnen zum Beispiel können unmöglich bis zum 67. Lebensjahr arbeiten gehen,“ betont Marlies Wutta. Ein weiteres Problem sei die stetig zunehmende Arbeitsbelastung. „Falkensee ist eine wachsende Stadt“, sagt Standesbeamtin Angela Wiekowski. „Die Aufgaben werden mehr, aber das Personal bleibt das Gleiche.“ Das führe zu starkem Arbeitsdruck auf die Mitarbeiter. Und immer öfter zu seelischen Erkrankungen. Diesen Zustand will sie nicht länger hinnehmen. Deshalb sitzt auch sie am Montag im Bus nach Potsdam.
Marco Pavlik, Verdi-Bezirksgeschäftsführer, zeigt sich nach dem Warnstreik zufrieden. Etwa 1000 Menschen sind erschienen.
Am Mittwoch gehen die Tarifverhandlungen in eine neue Runde. Thomas Böhle, Verhandlungsführer des Verbandes der Kommunalen Arbeitgeber, will dann ein Angebot vorlegen. (Von Steffi Bojahr)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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