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10.02.2010

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ORTSENTWICKLUNG: Die Qual der Wahl

Bauamt legt neue Kostenschätzungen für die drei möglichen Rathausstandorte vor

DALLGOW-DÖBERITZ - Bis März wollen sich die Dallgower Gemeindevertreter eigentlich festgelegt haben, ob das Rathaus der Gemeinde in der Wilmsstraße bleiben, am Bahnhofsvorplatz gebaut werden oder in die beiden Offiziersvillen in der Wilhelmstraße ziehen soll. Ob sich die Politiker bis dahin tatsächlich auf eine Linie einigen können, ist unklar, denn die Positionen liegen nach wie vor weit auseinander. Möglicherweise fällt heute Abend im Bauausschuss aber ein wichtige Entscheidung. Die Tagesordnung sieht vor, dass die Ausschussmitglieder nach einem knappen Jahr der Dispute und Diskussionen endlich abstimmen und der Gemeindevertretung einen Standort empfehlen.

Als Grundlage für die Entscheidung hat Bauamtsleiterin Sabine Kern dem Ausschuss eine neue Kostenschätzung für alle drei Standorte zukommen lassen. Ergebnis: Die günstigste Variante wäre ein Neubau am jetzigen Standort in der Wilmsstraße.

Dort würde laut Bauverwaltung ein Neubau neben dem jetzigen Gemeindeamt geschätzte 2,5 Millionen Euro kosten. Bliebe die Verwaltung in der Wilmsstraße, müssten sich auch die Bürger nicht umgewöhnen. Die Gemeinde hätte zudem noch das bisherige Verwaltungsgebäude zur Verfügung, um dort etwa die Gemeindebibliothek oder das Büro der Schiedsperson unterzubringen. Diese Variante wurde bisher stets von der SPD favorisiert.

Rund eine Million Euro teurer (3,4 Millionen) wäre der Bau eines Rathauses laut Bauverwaltung am Bahnhofsvorplatz – unter anderem weil erst das Grundstück erst gekauft werden müsste. Der Vorteil dort: Die Gemeinde könnte gleichzeitig ihr Ortszentrum aufwerten, eine seit 100 Jahren brach liegende Baulücke schließen und das Rathaus am vielleicht prominentesten Ort im Gemeindegebiet errichten. Im Gegenzug könnte die Gemeinde sogar ihre Grundstücke in der Wilmsstraße für rund 900 000 Euro verkaufen. Für diese Variante hatten sich unter anderem Vertreter der Freien Wähler ausgesprochen.

Den größten Zuspruch fand bisher stets die dritte Variante: die beiden Offiziersvillen in der Wilhelmstraße. Die Kosten für einen Ausbau der beiden denkmalgeschützten Häuser schätzt die Verwaltung mit 4,2 Millionen Euro aber am höchsten ein. Der Eigentümer würde der Gemeinde allerdings das jetzige Gemeindeamt abkaufen, so dass sich die Gesamtkosten auf rund 3,35 Millionen Euro reduzieren würden.

Bei vielen Gemeindevertretern ist diese Variante die beliebteste, weil damit zwei ortsprägende Baudenkmäler adäquat genutzt werden könnten. Die Verwaltung hat sich aber offen gegen diese Variante ausgesprochen, weil unter anderem die Flure eng, die Räume angeblich ungünstig geschnitten und die Häuser nicht barrierefrei sind. Der Einbau von Fahrstühlen und Fluchtwegen ist angesichts der Denkmalauflagen schwierig. Ein dritter Bau müsste wahrscheinlich errichtet werden. Damit wäre die Verwaltung auch wieder auf drei Standorte verteilt.

Der Bauausschuss tagt dazu heute ab 19.30 Uhr in der Filialschule, Steinschneiderstraße. (Von Oliver Fischer)

Wie würden Sie entscheiden?
Seit einem knappen Jahr streiten Dallgows Gemeindevertreter darüber, wo das neue Rathaus der Gemeinde errichtet werden soll. Jetzt ist die Meinung der Dallgower MAZ-Leser gefragt.

Soll ein neues Verwaltungsgebäude
a) neben dem jetzigen Rathaus in der Wilmsstraße
b) auf dem brachliegenden Grundstück am Bahnhofsvorplatz oder
c) in den denkmalgeschützten Offiziersvillen in der Wilhelmstraße entstehen.

Ihre Stimme können Sie per Mausklick abgeben. Wenn Sie kein Internet haben, schicken Sie einfach bis Freitag eine Postkarte an die Lokalredaktion der MAZ, Bahnhofstraße 83, in 14612 Falkensee. ver


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