Das Warten hat sich gelohnt, vergessen die jahrelangen Querelen um die Matrosenstation Kongsnæs, was auf norwegisch „Königs Nase“ bedeutet. Der steht jetzt, so könnte man sagen, eine aufwändige Schönheitsoperation bevor. Neben der Sanierung der drei Holzhäuser in der Schwanenallee wird am Ufer des Jungfernsees die in den letzten Kriegswochen 1945 abgebrannte kaiserliche Empfangshalle (Ventehalle) wiederaufgebaut. Originalgetreu, im norwegischen Drachenstil. Das hat sich der Eigentümer Michael Linckersdorff auf die Fahnen geschrieben. Der Berliner Juwelier vermeidet medienwirksame Auftritte, knüpft lieber im Hintergrund die Fäden für den Erfolg. Doch alle, die mit dem Bauherrn für das Projekt wirken – ob Förderverein Kongsnæs oder Yacht- und Schifffahrtsverein „Royal Louise“ – berichten schwer beeindruckt von seiner Leidenschaft und seinem Sinn für Akkuratesse. So ein Bauherr dürfte ein Glücksfall für ein Denkmal sein, dem dadurch ein zweites Leben geschenkt wird. Unweit des Mauermuseums an der Glienicker Brücke könnte sich Potsdams Stück Norwegen mit der Fregatte „Royal Louise“ und einem außergewöhnlichen Lokal bald zum neuen Touristenmagneten mausern. Planungsrechtlich sind die Segel dafür jedenfalls gesetzt.