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10.02.2010

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LANDWIRTSCHAFT: Bauern wollen Ausgleichzahlungen

Gänse und Kraniche verursachen erhebliche Schäden

GÜLPE - Wer sich Gäste einlädt und sie bewirtet, muss dafür auch die Kosten tragen. So sehen es die Landwirte, die im Westhavelland auf Flächen in Schutzgebieten wirtschaften, auch hinsichtlich gefiederter Gäste, für die aus ihrer Sicht alle Gastgeber sind, die sich zum Naturschutz vereinen.

Mit dem Gülper See und seinen Feuchtgebieten ist das Westhavelland Rastplatz und Nistplatz für viele Vogelarten. Auch in den kommenden Monaten werden wieder bis zu 100 000 Wildgänse am Gülper See Rast machen. Mit dem nahenden Frühling kommen noch einige tausend Kraniche hinzu und werden für ein imposantes Naturschauspiel sorgen.

Ihren Hunger werden die Vögel vor allem auf den Saatfeldern der Bauern stillen. So sehen die Landwirte den Gästen mit sorgenreichen Gefühlen entgegen. In den letzten Jahren sind sie nämlich auf den Rechnungen für Saatschäden oder notwendige Neuansaaten sitzen geblieben. In einem Schreiben an das Brandenburgische Umweltministerium wird der Kreisbauernverband Havelland nun zum wiederholten Mal verbindliche Regelungen zur Begleichung von Schäden verlangen, die Kraniche und Gänse auf den Flächen der Landwirte anrichten.

In den 1990er Jahren war man schon weiter. Die damalige Regelung stand unter dem Schlagwort Gänsemanagement. Zur Vergrämung der Gänse von Saatflächen waren „Wildhüter“ eingesetzt worden, die Bauern hatten Ablenkflächen angelegt und bekamen zumindest einige Ausgleichszahlungen. Doch seit Jahren gibt es vom Land kein Geld mehr für das Gänsemanagement. Daran ist letztlich auch eine im vergangenen Jahr von allen Betroffenen ausgehandelte Neuauflage des Gänsemanagements gescheitert. Geblieben ist die praktische Zusammenarbeit vor Ort zwischen Landwirten, Naturparkverwaltung, Naturwacht und anderen Beteiligten. Auch die Jagd auf Wildgänse ist erlaubt. In Naturschutzgebieten allerdings nicht. Hier dürfen die Bauern die Gänse von den Saatflächen vergrämen. Das ist ihnen aber bei den Kranichen untersagt. Kraniche genießen einen europäischen Schutzstatus, der auch die Jagd auf diese in vielen Gegenden vom Aussterben bedrohte Vogelart verbietet.

„Wir können doch aber nicht einfach zusehen, wie die Vögel sich über unsere Saat hermachen“, sagt Frieder März, Vorsitzender der AG Gülpe. Ihm hatten die Kraniche im vergangenen Jahr einen 50 ha großen Schlag mit Maissaat kahlgefressen und damit einen Schaden von 50 000 Euro angerichtet. In Strodehne haben die Kraniche 2009 eine 30 ha große Fläche mit Maissaat leergeputzt. Dazu kommen weitere Schäden. Eine Entschädigungs- oder Ausgleichszahlung hat dafür kein Landwirt erhalten.

Wenn die Regelungen so bleiben und die Vergrämung der Vögel weiterhin untersagt wird, dann wollen die Landwirte im Westhavelland dafür wenigstens finanziell entschädigt werden. (Von Norbert Stein)


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