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11.02.2010

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VERKEHR: Lehnin tritt auf die Bremse

Klostergemeinde lehnt A 10-Ausbau ab und fordert weiter Lärmschutz

KLOSTER LEHNIN - Ein Jahr nach der großen Autobahnlärmdebatte in Kloster Lehnin ist nur eines klar: Der Verkehr nimmt weiter zu, wenn alsbald ein Abschnitt des Berliner Rings von sechs auf acht Spuren ausgebaut wird. „Mit dem Ausbau soll der Verkehr zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal spürbar zunehmen“, berichtete Bauamtsleiterin Angela Böttge am Dienstagabend vor dem kommunalen Bauausschuss. Da dieser Verkehrszuwachs auch auf den beiden Autobahnen im Gemeindegebiet zu spüren sein werde, hat sich der Ausschuss gegen die Verbreiterung des Berliner Rings ausgesprochen.

Überhaupt ist man in Kloster Lehnin derzeit gar nicht gut zu sprechen auf das Land Brandenburg und den Bund. Von ihren Zusagen, die sie vor einem Jahr getroffen haben, will man in Potsdam und Berlin nichts mehr wissen – inzwischen sitzen auch neue Leiter in den Ministerien. Ende November hatte die Gemeinde Briefe versandt, um zu horchen, wie es weitergehen soll und wer was zu unternehmen gedenkt. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ließ drei Wochen später ausrichten, „dass für den Bund keine Möglichkeit besteht, die bestehenden Lärmschutzanlagen an seinen Autobahnen im Bereich von Kloster Lehnin nachzurüsten oder weitere zu bauen“. Jutta Lieske (Linkspartei), zuständige Brandenburgische Ministerin, hat ihr Schreiben zwar ausführlicher verfasst, aber im Grunde auch nichts gesagt.

Andreas Bernig, Links-Politiker im Gemeinderat und im Landtag, bezeichnet die Antwort von Lieske als „nicht ersprießlich“. Im Bauausschuss sagte er: „Es lässt sich nur etwas ändern, wenn sich die Grundlagen ändern.“ Soll heißen: Die Messkriterien müssten zugunsten der Anwohner korrigiert werden. Bei der großen Autobahn-Konferenz Anfang 2009 in Grebs war festgehalten worden, dass der Bund den Lärm mit zweierlei Maß beurteile: das Umweltministerium lege strengere Werte zugrunde als das Verkehrsministerium. Vertreter des Bundes hatten seinerzeit in Grebs erklärt, sich um eine Abstimmung zu bemühen.

Kloster Lehnins Bürgermeister Bernd Kreykenbohm ist frustriert über die Art und Weise, „wie man mit uns umgeht“. Momentan bleibe der Kommune nur, sich für ein Tempo-Limit auf der westwärts führenden A 2-Bahn einzusetzen. Dort gilt noch freie Fahrt. Auf der anderen Seite hat das Land das Tempo auf 130 begrenzt – allerdings aus Gründen der Verkehrssicherheit. (Von Heiko Hesse)


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In diesem Forum gibt es 1 Eintrag

» Herbert | 11.02.2010, 21:46

Die alte Mär vom Mehr


Für den Ausbau der der A 10 hat man Geld, nicht aber für den Lärmschutz? Was soll das? Der sog. Flüsterasphalt verschleißt leider schneller, als der Standard-Belag. Man sollte wenigstens Schallschutzwände errichten. Die lassen sich auch mit Solarzellen bestücken. Und dämpfen das Wehklagen und Schimpfen der Autofahrer, die bald nicht mehr wissen werden, wie sie ihren Sprit bezahlen sollen, wenn die Preise aufschwungbedingt wieder steigen.

Wir haben Peak Oil erreicht. Es wird allmählich knapper - und teurer. Liebe Regierende und Volksvertreter, hört endlich auf, den Leuten immer wieder mit der alten Mär vom Mehr zu kommen. Oder glaubt ihr etwa noch selbst daran?

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