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05.03.2010

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TECHNIK: Wenn das Handy chinesisch klingt

Potsdamer Informatiker zum zweiten Mal als „Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet

POTSDAM / INNENSTADT - Der Platz am Pfeiler wird knapp. Wenn Oliver Tenchio und Cüneyt Göktekin weiter so erfolgreich sind, wird daran bald kein Platz mehr für neue Schilder sein. Gestern wurden die beiden Geschäftsführer der Beyo GmbH als „Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet – zum zweiten Mal in ihrer dreijährigen Firmenhistorie.

Während sie von der bundesweiten Initiative „Land der Ideen“ im Vorjahr für ein Vorlesegerät für Blinde ausgezeichnet wurden, überreichte man den Informatikern gestern die von Bundespräsident und Schirmherr Horst Köhler unterzeichnete Urkunde für eine weiter entwickelte Software. Mit ihr können moderne Handys per Kamera in wenigen Augenblicke Texte erfassen und sie danach vorlesen. Nicht nur eine Hilfe für Blinde – auch Analphabeten nutzen das Programm, seit es im September auf den Markt kam. Als Göktekin die Entwicklung in der Staatskanzlei vorführte, staunte nicht nur Ministerpräsident Matthias Platzeck.

„Zuerst haben wir die Lesesoftware über unsere Internetseite zum Verkauf angeboten“, berichtete Göktekin gestern. „Mitterweile haben wir Vertriebspartner in vielen Ländern, die für uns tätig sind.“ Vor allem in Großbritannien und Australien werde die Software begeistert aufgenommen; die Verkaufszahlen seien gut.

Doch Tenchio und Göktekin sind noch nicht am Ende: Bereits in diesem Jahr soll die nächste Weiterentwicklung auf den Markt gebracht werden – ein Übersetzungsprogramm fürs Handy. Wiederum erfasst dessen Kamera einen Text, stellt eine Verbindung zum Internet her, und dann ertönt aus dem Lautsprecher die fremdsprachige Version. Bei einer ersten Demonstration gestern klang das Englisch fließend und perfekt aus dem kleinen Lautsprecher. Bisher „kann“ die neue Software 20 Sprachen – die gängigsten europäischen, aber auch Chinesisch, sogar in Dialekten. Und wer weiß, vielleicht müssen die beiden innovativen Geschäftsführer ja schon im nächsten Jahr erneut ein „Ort der Ideen“-Schild anschrauben. „Wir arbeiten auf jeden Fall daran“, lächelte Tenchio. (Von Sebastian Scholze)


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