RATHENOW - Sehnsucht nach Irland – nach sattgrünen Hügellandschaften, endlosen Küstenstreifen und irischen Traditionen. Das alles weckte die nordirische Musikerin Fil Campbell am Freitagabend im Café Inn mit ihrem Konzert. „Es ist schön, wieder hier zu sein. Ein bisschen wie nach Hause kommen“, begrüßte sie ihr Publikum. Und auch für die Zuhörer war es nach fünfjähriger Tour-Pause der Sängerin ein lang ersehntes Wiedersehen. Das in dieser Zeit entstandene Album mit traditionellen irischen Liedern stellte sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Percussionisten Tom McFarland und Brendan Emmett an Mandoline und Leadgitarre vor. Aber auch ihre eigenen Kompositionen vorangegangener Alben erklangen an diesem Abend. Eine Mischung aus Pop, Folk und Jazz. Lieder über das Suchen und Finden der Liebe, das eigene Streben, Rückblicke auf vergangene Zeiten.
Ihre klassisch ausgebildete Sopranstimme spiegelte dabei die Landschaft Irlands auf eine besondere Weise wieder und weckte Sehnsucht, aber auch Vertrautheit für ein Land, das der Zuhörer vielleicht noch nie gesehen hat. Ihre helle und klare Stimme ergriffen die Zuhörer ebenso wie die Texte.
Besonders die Komposition für ihren Vater „I still think of you“, die ihr Mann Tom McFarland sang, berührte die Zuhörer sehr und hüllte das Café in eine sonderliche Stille. Das Lied „Dreaming“ widmete sie an diesem Abend einem Rathenower Freund, der sie vor ein paar Jahren zum Schreiben dieser Komposition bewegt hat, als sie gerade im Havelland weilte. Eine Zeit, in der man in Nordirland nicht frei sprechen konnte und das Land viele Probleme hatte, erzählte sie. In diesem Lied träumt sie von einem besseren und friedvolleren Miteinander in ihrer Heimat.
Die zwei wunderbaren Musiker an ihrer Seite, ihr Mann Tom McFarland und Brendan Emmett gaben der Sängerin ein rhythmisches Grundgerüst, auf das sich die Sängerin verlassen konnte. Musiker, die es verstehen, der Stimme und der Stimmung der Sängerin mit außergewöhnlich musikalischem Gespür zu folgen. Musiker, die auch während ihrer Improvisation nie den Bezug zur Sängerin verlieren. Zusammen ergeben sie ein in sich stimmiges und harmonisches Trio, dass das Publikum begeistern konnte, ob mit erfrischendem irischem Folk, zu dem man am liebsten die Tanzfläche gefüllt hätte, mit ins Ohr gehenden Popballaden, oder einem stimmungsvollen Blues.
Das Café Inn bot die passende Pub-Atmosphäre für den dritten Streich der Rathenower Konzertagentur Sounds Promotion. Nach Ray Wilson und Ben Waters war Fil Campbell die dritte Musikerin, die hier auftrat und das Café Inn mit irischem Flair verzauberte. Und vielleicht bucht der ein oder andere nach diesem Abend seinen Sommerurlaub doch noch nach Irland um. (Von Caterina Rönnert)