Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

23ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Nachrichten
  3. » Kultur
  4. » Kultur aus der MAZ
08.03.2010

Beitragsfunktionen:

MUSIK: Moderne Elektropop-Oper

Jean Michel Jarre auf Welttour

BERLIN - Jean Michel Jarre hat 1983 ein Album namens „Music For Supermarkets“ produziert, das nur einmal auf Vinyl gepresst wurde. Jarre, der 1971 als jüngster Komponist überhaupt für die Pariser Oper arbeiten durfte, wollte damit ein Signal gegen die zunehmende Kommerzialisierung der Musik setzen. Die Vinylplatte ließ er versteigern, um das Geld zugunsten junger Künstler zu spenden.

Der mittlerweile 61-jährige Franzose hat inzwischen nicht nur massenhaft Platten verkauft, sondern eine unbändige Lust am Massenspektakel. Er spielte Open Air-Konzerte vor einer Millionen-Kulisse in Paris und in China. Dass die Berliner Max-Schmeling-Halle während seines Auftritts am Freitag mit rund 8000 Zuschauern fast ausverkauft war, zeigt, wie viele Fans seine Musik auch hierzulande hat. Nun, die Deutschen besitzen bekanntlich ein Faible für Elektronikmusik, doch Jarres Musik ist mit der von Kraftwerk beispielsweise kaum vergleichbar. Während die Düsseldorfer dem Minimalismus huldigen, ist der Opernfan Jarre ein Bombastfreak. Deshalb dauerte es auch so lange, bis er die technischen Möglichkeiten zu haben glaubte, um 2010 zu seiner ersten Welttournee durch große Hallen aufbrechen zu können.

Tatsächlich ist das Equipment auf der Bühne beeindruckend, hinter dem er und drei weitere Musiker sich verschanzt haben. Sie unternehmen eine Zeitreise in die 70er und 80er Jahre, als Instrumentalstücke wie „Oxygene“, „Equinoxe“ und „Magnetic Fields“ die Menschen in sphärische Traumbildwelten entführten. Dass die Stücke im Konzert heute vor allem Mitklatschkaskaden provozieren, liegt auch am jugendlich wirkenden Jarre, der wie ein junger Hüpfer den Animateur gibt. Er ballert in die Tasten und wenn er an seiner Laserharfe steht, dessen aus Laserstrahlen bestehende Saiten mit einem Synthesizer verbunden sind, sieht er aus wie ein Schweißer bei der Arbeit. Ein andermal steht er am seltenen Instrument Theremin, das ohne körperliche Berührung durch Handbewegungen auf den Ätherwellen gespielt wird.

Trotzdem fügen sich die daraus produzierten Töne nicht zu einem avantgardistischen Klangkosmos. Jarres Ziel ist es ausdrücklich, Klassik und elektronische Rockmusik zu verbinden. Schade, dass an den schlimmsten Stellen leider Kitsch herauskommt. So, als er mit Akkordeon in einem rotierenden Laserkegel sitzt. (Von Gunnar Leue)


Ihre Meinung ist gefragt!

Ein Service von
Einkaufen in Berlin, Potsdam und Brandenburg - mit kaufDA.de

Kulturportal Brandenburg

Wo verbringen Sie dieses Jahr Ihren Urlaub?

Abstimmung



Stimme abschicken
» Zum Ergebnis
» Alle Abstimmungen