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08.03.2010

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TIERHEIM: Baustart im Sommer

Stadt sieht keine Folgen der Maserati-Affäre für Tierheim-Neubau

POTSDAM / EICHE/STERN - Die Rathausspitze sieht trotz der jüngsten Überlegungen der Berliner Sozialsenatorin Carola Bluhm (SPD), die staatlichen Zuschüsse für den Sozialkonzern Treberhilfe einzufrieren, keinen Grund zur Besorgnis in Sachen Tierheimneubau. Im März solle der Bauantrag gestellt werden, der Baustart könne im Sommer erfolgen, sagte die Sozialbeigeordnete Elona Müller (parteilos) gestern am Rande des Politfrühschoppens der Linken-Stadtfraktion im Bürgerhaus „Sternzeichen“. Wann das Tierheim in Eiche seinen Betrieb aufnimmt, nachdem sich der ursprünglich geplante Eröffnungstermin am 1. Oktober nicht halten lässt, konnte die Beigeordnete nicht sagen. Weitere Verzögerungen seien möglich, etwa wenn die Eicher Bürgerinitiative mit einer einstweiligen Anordnung gegen das Tierheim vorgehe.

Folgen der Maserati-Dienstwagenaffäre um den beurlaubten Geschäftsführer der Treberhilfe sieht Müller nicht. Für das Projekt in Eiche habe die Treberhilfe Brandenburg gGmbH den Zuschlag nach einer europaweiten Ausschreibung bekommen, weil sich das Konzept „absolut im Finanzrahmen bewegt“ habe. Über Kostensätze habe Potsdam mit der Treberhilfe Brandenburg bislang nicht verhandelt, so Müller. Zwar müssten gemeinnützige Unternehmen Überschüsse erwirtschaften, um „Reinvestitionen“ tätigen zu können, doch dürften damit „keine bestimmten Automarken“ finanziert werden.

Der CDU-Stadtverordnete Peter Schultheiß, der die Linken-Veranstaltung besuchte, bezeichnete die Treberhilfe als „äußerst suspekt“. Die Informationen der vergangenen Wochen seien vielleicht nur die „Spitze eines Eisbergs“, sagte Schultheiß und versprach: „Wir werden nachhaken.“ Während Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und Elona Müller an der Kooperation mit der Treberhilfe festhalten, warnte der Linken-Stadtfraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Scharfenberg davor, die Affäre „auf die leichte Schulter zu nehmen“. Die Linke fordert die Prüfung des Alternativangebotes des Tierschutzvereins Potsdam in Drewitz.

Alle Fundtiere aus der Stadt sollen künftig in der „Tierinsel“ am Weg nach Bornim untergebracht werden. Träger wird die Tiertafel Deutschland e.V., die Stadt will die „Tierinsel“ mit jährlich mit 285 000 Euro unterstützen. (Von Ricarda Nowak)


Die „Tierinsel“ Eiche:

Die „Tierinsel“ soll am Weg nach Bornim entstehen. Als Träger mietet der Verein Tiertafel Deutschland die Räume von der Treberhilfe Brandenburg gGmbH.

Auf dem Grundstück stehen 38 000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Im Wald sollen Lehrpfade für Jugendliche eingerichtet werden.

In acht Rudelhäusern können jeweils zwei bis zehn Hunde gehalten werden. 45 bis 65 Hunde sollen übers Jahr auf der „Tierinsel“ leben.

Das Katzenhaus verfügt über acht Zimmer und einen Auslauf von 100 bis 200 Quadratmetern. Außerdem ist ein Kleintierhaus geplant.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommen aus sozialen Einrichtungen und Krisenwohnungen. Die 15- bis 20-Jährigen sollen fünf Tage in der Woche für jeweils sechs Stunden im Tierheim arbeiten. rn



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