POTSDAM - Die Erleichterung war den Regionalliga-Fußballern des SV Babelsberg 03 und ihrem Trainer Dietmar Demuth deutlich anzumerken. „Ich bin froh, dass wir so gut ins Spiel gekommen sind. Die erste Partie nach so einer langen Pause hat es immer in sich“, erklärte der Coach am späten Freitagabend nach dem klaren 3:0 (2:0)-Erfolg gegen den ZFC Meuselwitz, mit dem die Gastgeber ihre Aufstiegsambitionen eindrucksvoll unterstrichen. „Nun wollen wir am Dienstag gegen Tennis Borussia nachlegen“, so Demuth.
Die zahlreichen Trainerkollegen auf der Tribüne, so Sven Köhler (Hallescher FC) und Steffen Baumgart (1. FC Magdeburg), konnten miterleben, wie souverän die Babelsberger vor 1186 Zuschauern den Tabellenneunten beherrschten. Immerhin hatte Meuselwitz bis dato erst eine Partie in der Fremde verloren. „Klar haben sie alle gehofft, dass wir uns einen Ausrutscher leisten. Doch diesen Gefallen haben wir unseren Kontrahenten nicht getan“, freute sich Demuth über den gelungenen Wurf des Fehdehandschuhs.
Der 55-jährige Coach hatte ohnehin mal wieder alles richtig gemacht. So brachte er in der Innenverteidigung von Beginn an Joan Oumari für Ronny Surma, der in der Vorbereitung an einer Leistenzerrung litt. Und Oumari überzeugte sowohl in der Defensive als auch als zweifacher Torvorbereiter. „Er hat sich im Training in den Vordergrund gespielt und gehört heute Abend ohne Frage zu den Gewinnern dieses Spiels. Aber er darf nicht nachlassen“, sagte Demuth.
Im Angriff erhielt Guido Kocer den Vorzug vor Nicolas Hebisch, der auf der Tribüne Platz nehmen musste. Kocer, der erst zum dritten Mal zur Startelf gehörte, revanchierte sich für den Vertrauensvorschuss mit einem starken Tor zur 1:0-Führung in der 20. Minute. „Wie er nach dem Pass von Oumari seinen Gegenspieler abgeschüttelt hat, war stark“, lobte Demuth.
„Kocer ist ein guter Junge. Er hatte es schwer, als er im Sommer mit großem Trainingsrückstand von den Rostocker Amateuren zu uns gekommen ist. Ich hoffe, dass bei ihm jetzt der Knoten platzt“, sagte Innenverteidiger Björn Laars, der einst ebenfalls an der Küste kickte.
Zu den Gewinnern des Abends gehörte natürlich auch Angreifer Daniel Frahn. Der 22-Jährige erzielte die Tore zum 2:0 und 3:0 (21., 76.), traf damit gegen Meuselwitz in dieser Spielzeit insgesamt viermal und führt die Torjägerliste nun mit 17 Treffern an. Auf die Frage, ob Meuselwitz sein Lieblingsgegner sei, erwiderte Frahn: „Jede Mannschaft, gegen die ich ein Tor schieße, ist mein Lieblingsgegner. Ich hoffe, dass auch Magdeburg, die Amateure von Wolfsburg und Chemnitz zu meinen Lieblingsgegnern werden!“
Zunächst wollen die Babelsberger jedoch am Dienstag bei Tennis Borussia gewinnen und sich für die 0:1-Heimpleite vom Herbst revanchieren. Vorausgesetzt, die „Veilchen“ treten überhaupt noch an. TeBe steht mal wieder vor der Pleite, ist seit Monaten mit sämtlichen Zahlungen im Rückstand. (Von Jens Trommer)