MITTELMARK - Zwischen der Landeshauptstadt Potsdam und dem angrenzenden Landkreis Potsdam-Mittelmark herrscht Eiszeit. Hintergrund ist nicht das kalte Wetter, sondern der Dauerstreit zwischen den Verkehrsbetrieben in Potsdam (Vip) und der Havelbus Verkehrsgesellschaft, die von den drei Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und Havelland getragen wird.
Insbesondere Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD) ist sauer. „Wir stehen in jeder Beziehung auf gleicher Augenhöhe mit der Stadt Potsdam“, sagte er gestern. Die rüde Vorgehensweise des Vip-Geschäftsführers Martin Weis müsse sich Havelbus und damit der Landkreis nicht bieten lassen.
Weis hatte vor wenigen Tagen eine Fahrplanänderung des Vip „in großem Stil“ angekündigt. Grundlage der Neuerungen ab 1. April ist die Übernahme von sechs ehemaligen Havelbus-Linien im Stadtgebiet, das sind umgerechnet 1,6 Millionen Fahrplankilometer pro Jahr. Havelbus hatte die Linien nach einer EU-Vorgabe an den Vip abgeben müssen. Die Potsdamer übernahmen zugleich 15 Busse und 36 Mitarbeiter des Konkurrenten. „Bei der Abgabe der Havelbus-Konzessionen waren wir auf einem guten, gemeinsamen Weg“, so Landrat Blasig.
Das änderte sich aber offenbar, als Weis nun verkündete, dass er mit der neuen Vip-Linie 690 einen Parallelverkehr zur Havelbuslinie 601 (Teltow-Hauptbahnhof) auf der Großbeerenstraße einrichten will. „Das hat uns verblüfft und verstimmt“, sagt Landrat Blasig. Es könne nicht sein, „dass der Oberbürgermeister einen Geschäftsführer vorschickt, um dann später wieder die Wogen zu glätten“.
Bei dem Streit zwischen Havelbus und Vip geht es um bares Geld. Die Einnahmen auf der bald doppelt bestückten Linie belaufen sich laut Blasig auf rund 800 000 Euro.
Vorschläge aus Potsdam, Havelbus könne ja auf eine andere Linienführung ausweichen, seien eine Frechheit. „Wir werden unsere Fahrgäste weder an der Stadtgrenze aus den Bussen werfen, noch fahren wir andere Linien“, sagt Blasig. Die Vorstellungen des Vip-Geschäftsführers würden an „Autismus“ grenzen.
Der Konflikt hat inzwischen zum Abbruch der Verhandlungen über den Nahverkehrsvertrag 2010 geführt. Dabei geht es um die Vergütung für Strecken, die Havelbus in der Stadt Potsdam bedient. Für Havelbus drohen laut Blasig Einnahmeverluste zwischen 500 000 und einer Million Euro. „Ich habe in dieser verfahrenen Situation den brandenburgischen Infrastrukturminister um Vermittlung gebeten.“
Ein weiteres Projekt im Bereich des Nahverkehrs wird vom Schlagabtausch zwischen Landkreis und Stadt Potsdam offenbar ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Wie zu erfahren war, lässt der Vip untersuchen, ob eine Straßenbahn-Linie von Potsdam nach Teltow wirtschaftlich zu betreiben wäre.
Landrat Blasig sieht das Vorhaben skeptisch, „weil dort bereits gut ausgelastete Havelbusse verkehren“. Auch in diesem Fall würden eigenmächtig Studien in Auftrag gegeben und solle dem Landkreis etwas schmackhaft gemacht werden, ohne dass es im Vorfeld besprochen worden sei.
Der Landkreis Potsdam-Mittelmark müsste die Straßenbahn-Linie zum großen Teil finanzieren. „Da ist es doch nur natürlich, dass wir ein Wörtchen mitsprechen wollen.“ (Von Jürgen Stich)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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