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11.03.2010

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UMWELT: Neues Programm, neue Ideen

Wie der neue Vorsitzende der BI gegen das Steinkohlekraftwerk Arneburg die Arbeit koordiniert

WESTHAVELLAND - Jürgen Rochlitz war einer der ersten, die – nachdem die Kraftwerkpläne des Stromversorgers RWE bekannt wurden – dafür warb, gemeinsam mit der Bürgerinitiative gegen das Steinkohlekraftwerk Arneburg vorzugehen. Und er fand schnell Partner. Die Gemeinden im Amt Rhinow und die Stadt Rathenow. Ein Steinkohlekraftwerk – das passt nicht zur Bundesgartenschau 2015, fand auch Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger.

Mit der Neuwahl des Vorstandes sieht Rochlitz einen Neustart für die Bürgerinitiative vollzogen. „Es ist eine neue Chance, in der Öffentlichkeit stärker zu artikulieren, was wir wollen. Und es bleibt nach wie vor darauf zu drängen, dass der Stromkonzern RWE vom Steinkohlekraftwerk in Arneburg Abstand nimmt.“ So formulierte Rochlitz in einem Gespräch mit der „Stendaler Volksstimme“.

Schon aus politischen Gründen und wegen der Kohlendioxidemissionen sei Kohlekraft nicht akzeptabel, so Rochlitz. „Da ist der Widerstand rechts und links der Elbe einfach zu groß.“ Zudem fehle neben einem Kraftwerk in Arneburg der Platz für eine Kohlendioxid-Verpressung. „Diese Fläche wäre noch mal so groß. Und das ist jetzt vorerst vom Tisch.“

Die Zukunftsarbeit der Bürgerinitiative soll allerdings grundsätzlicher werden. „Uns war und ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es um mehr geht, als ein einziges Steinkohlekraftwerk zu verhindern“, erklärt der neue Vorsitzende des Verbandes. „Es geht um den besonderen Schutz unserer Umwelt. Und wir sind als Bürgerinitiative nun auch ein Förderverein für Natur und Umwelt, der für eine andere, eine umweltverträgliche Energiepolitik kämpft.“ Es gehe darum aufzuzeigen, dass Energie-Erzeugung ohne Kohle auskommt. Wichtiges Thema sei die Erdwärmenutzung, die Geothermie. Bei allen neuen Aspekten stehe aber ein Thema weiter ganz oben auf der Agenda. Das sind Aktionen, um den Bau des Steinkohlekraftwerkes zu verhindern. Zwar haben sich Bürgerinitiative und Bürger bisher recht erfolgreich gewehrt. Doch noch scheint der Kampf nicht gewonnen.

Immerhin hat jetzt auch die SPD im Landkreis Stendal Position gegen das Projekt bezogen. Bei einer Klausurtagung in Havelberg sprach sich der SPD-Kreisvorstand dafür aus, erneuerbaren Energien den Vorzug zu geben. (Von Joachim Wilisch)

Die Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk
Jürgen Rochlitz ist Jahrgang 1937. Er war von 1980 bis 1999 Mitglied der Grünen und gehörte von 1994 bis 1998 dem Deutschen Bundestag an. Er vertrat seinerzeit den Wahlkreis Weinheim/Bergstraße in Baden-Württemberg.

Seit Juli 2009 gehört der gebürtige Wiesbadener der Bürgerinitiative gegen das Steinkohlekraftwerk in Arneburg an. Rochlitz wohnt in Strodehne (Gemeinde Havelaue).

Seine Sympathie gehört inzwischen der Partei Die Linke, für die er in der Gemeindevertretung Havelaue sitzt.

Die Bürgerinitiative gegen das Steinkohlekraftwerk hatte im vergangenen Jahr zum Sommer erstmals Berührung mit den Gemeinden östlich der Elbe aufgenommen. Schnell ergaben sich Kontakte und es gelang, den Widerstand gegen das Projekt auf brandenburgischer Seite zu organisieren.

Im Kreistag hatte sich Rochlitz in einer Einwohnerfragestunde dafür stark gemacht, dass der Kreis Havelland – ähnlich wie die Stadt Rathenow – der Bürgerinitiative beitritt. Landrat Burkhard Schröder hatte dies bislang jedoch abgelehnt. wil


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