Ein Teil der Mannschaft des SC Potsdam ist am vergangenen Wochenende im Westen geblieben. Nach dem 0:3 in der Volleyball-Bundesliga beim USC Münster schauten sich einige Potsdamerinnen das Pokalfinale in Halle/Westfalen zwischen dem Dresdner SC und dem VfB Suhl (3:1) an.
Sandra Landvoigt hatte keine Zeit, das Endspiel vor Ort zu verfolgen. Die Mittelblockerin des SCP sah sich die Partie aber von daheim via Internet an und beobachtete den kommenden Gegner Suhl. Am Samstag (19.30 Uhr) tritt der Aufsteiger (12:24 Punkte) beim Pokalfinalisten VfB (20:12) an. „Suhl war im Finale nicht so stabil in der Annahme“, sagt Sandra Landvoigt. „Da können wir Druck machen.“
Allerdings sei es wichtig, so Landvoigt, zuerst auf die eigenen Stärken zu achten. „Wir haben trotz der Niederlage in Münster bis auf die Annahme ein gutes Spiel gemacht.“ Insbesondere die Aufschläge seien gut gekommen.
Das muss in Suhl wieder der Fall sein, wollen die Potsdamerinnen in der Sporthalle Wolfsgrube eine Überraschung schaffen. Sandra Landvoigt kann ihrem Trainer Michael Merten ein paar Tipps geben, wie den Suhlerinnen beizukommen ist. Schließlich kennt sie viele Kontrahentinnen. Mit der Universal-Spielerin Grit Lehmann ist sie sogar eng befreundet. In der Saison 2007/08 stand Sandra Landvoigt in der Waffenstadt unter Vertrag. „Ich habe wenig gespielt“, erinnert sie sich. „Aber ich habe unter Trainer Han Abbing viel gelernt.“ Der Niederländer gewann als Juniorenbundestrainer im vergangenen Jahr die U 20-Weltmeisterschaft in Mexiko. Auch an die Atmosphäre in der Wolfsgrube erinnert sich Sandra Landvoigt gerne. „Das Publikum ist dort sehr fanatisch. Aber auch streng, wenn es nicht so gut läuft.“ Die 1,92-Meter-Athletin setzt darauf, dass dem Tabellensiebten nach dem Pokalfinale etwas die Luft ausgeht. „Das war der Höhepunkt der Saison, da sie in der Meisterschaft keine Chance mehr haben. Vielleicht schalten sie ein bisschen ab.“
Dass sich dieser Effekt auch beim Tabellenneunten, der den Klassenerhalt so gut wie sicher hat, einstellt, glaubt die 32-Jährige nicht. „Wir wollen den einstelligen Tabellenplatz halten. Außerdem wollen wir auch in der Rückrunde einen richtigen Reißer hinlegen.“ In der Hinrunde sei das mit dem überraschenden 3:0 gegen Münster gelungen.
Sandra Landvoigt ist also hochmotiviert und wird in Suhl ihre Knieprobleme verschmerzen. Wegen des Patellaspitzensyndroms quält sie sich seit längerem. „Wenn es nicht geht, mache ich weniger im Training. Aber ich will unbedingt mit der Mannschaft trainieren.“ Wegen dieser Probleme ist ihre sportliche Zukunft offen. Es habe zwar erste Gespräche mit dem SCP gegeben, „aber ich kann noch nicht sagen, wie es weitergeht. Ich will erst mal sehen, wie es mir am Saisonende geht“. (Von Ronny Müller)
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